Kampf gegen die Varroamilben

Die Varroamilben werden bei dem Projekt genau unter die Lupe genommen. (Foto: S. Schirmer)

Schüler schützen Fledermäuse und Bienen im Wasserturm

Langenhagen (sls). Im Keller des Wasserturms im Eichenpark arbeitet
die Forschergruppe der IGS List schon seit einem halben Jahr unter der Leitung von Lehrer Hans-Jürgen Ratsch an ihrem Naturschutzprojekt.
Die Fledermäuse sollen ein sicheres Zuhause für den Winter bekommen.
Der tiefe Keller im Turm wird zum artgerechten Fledermaus-Quartier umfunktioniert.
Die Schüler haben den Teich, der für die Luftfeuchtigkeit sorgen wird, mit Kies und Wasser gefüllt, außerdem Ziegel an die Wand gebracht.
Zusätzlich werden im Keller demnächst noch Infrarotkameras angebaut, um die Fledermäuse den einzelnen Arten zuordnen zu können.
Die jungen Forscher haben bis jetzt noch keine Fledermäuse reinfliegen sehen.
Das sollte sich aber ändern, sobald die Außentemperaturen sinken.
Die Forschergruppe betreibt sogar noch ein zweites Naturschutzprojekt:
Sie investieren viel Zeit und Mühe damit, ihren eigenen Honig
in der Imkerei herzustellen.
Doch die so genannten Varroamilben, die zwar nur ein Millimeter klein sind, stellen eine große Gefahr für die Honigbienen dar.
Diese Parasiten befallen die Bienen und schwächen sie auf verschiedenste Weise und sind so zum großen Teil für das Bienensterben verantwortlich.
Das Bücherskorpionprojekt soll Abhilfe schaffen.
Aus diesem Grund kooperiert die Forschergruppe aus Langenhagen mit der Otto-Hahn-Schule aus Hamburg, die das Projekt schon seit zwei Jahren im Labor betreibt. Die gekauften Bücherskorpione lähmen die Varroamilben mit ihren großen Scheren und saugen sie aus. 42.000 Euro stellte die Stadt für das Projekt zur Verfügung. ,,Unser Ziel ist es, mit dem Projekt mehr Leute dazu zu ermutigen sich für die Bienen einzusetzen. So sollen die Varroamilben irgendwann in Deutschland ausgerottet werden", sagten die Schülerinnen Hannah und Lena aus der Forscherklasse 8f.
Sie und die anderen der AG verbringen viele Stunden damit, die Milben unter dem Mikroskop zu zählen, um zu schauen, wie viele von ihnen schon ums Leben gekommen sind.
,,Wir haben unsere bisherigen Ergebnisse an das LAVES-Bieneninstitut geschickt, und das Institut war ziemlich zufrieden mit unserer Arbeit. Doch genaue Angaben können wir erst nach mindestens einem Jahr machen ",berichtet Hans-Jürgen Ratsch.
Demnach ist die Forschergruppe mit ihren Projekten auf einem guten Weg, den einheimischen Bienen und Fledermäusen beim überleben zu helfen.