Kann sich in meinen Leben Auferstehung ereignen?

Wir Christen feiern in diesen Tagen das Fest der Auferstehung. Wir sagen, Jesus Christus ist gestorben und nach drei Tagen von den Toten auferstanden. Aus seiner Lehre und aus dem Fakt der Auf-erstehung ziehen wir die Konsequenz, auch unser Leben ist nicht mit dem Tod zu Ende, wir haben jetzt glaubend die Hoffnung und Zuversicht, dass wir bei Gott ewiges Leben haben. Deswegen wünschen sich Menschen im orthodoxen Bereich in diesen Tagen auch nicht: „Frohe Festtage“ oder „schöne Feiertage“, sondern sie rufen sich voll Freude zu: „Jesus Christus ist auferstanden“ und das Gegenüber antwortet: „Ja, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.“
Doch kann sich Auferstehung auch in meinem Alltag ereignen? Ich denke da-
bei an Ereignisse, die uns anrühren und ermutigen, die uns quasi zu Bildern der Auferstehung werden. Ein junger Mensch, der durch liebende Zuwendung wieder neue Lebenshoffnung gewinnt. Einem Menschen in einer scheinbar aus-weglosen Situation erschließt sich ein neuer Weg. Das Leben bleibt nicht perspektivlos. Diagnose Krebs, ein verzweifelter Kampf mit Bestrahlung, Chemotherapie und Operationen wird geführt, dann doch die erlösende Mit-teilung „Geheilt“. Unterschiedliche „Auferstehungserfahrungen“!.
Kann an einem Menschen Auferstehung erfahren und gespürt werden?
Wenn Auferstehung hier heißt, ein anderes neues Leben zu führen, das von göttlichen Werten geprägt ist, dann löst dieses Verhalten auch Hoffnung und Zuversicht aus. Auferstehung heißt dann auch Umkehr und Neuanfang.
Dies kann an Institutionen, Gruppen und einzelnen Menschen erfahrbar werden - wenn zum Beispiel nach den schlimmen letzten Wochen auch innerhalb der Katholischen Kirche Umkehr möglich wird, von den Opfern her gedacht wird und ein veränderter positiver Neuanfang gewagt wird.
- wenn wir als Einzelne in den verschie-denen Bereichen unseres Lebens ver-suchen, Fehler und Schwächen zu bear-beiten und zu ändern.
- wenn wir neue Wege gehen und dort, wo wir eng und verschlossen waren, offen und verständnisvoll reagieren.
- wenn wir mit Optimismus und Be-geisterung in die Zukunft schauen und
nicht meinen, Klagen sei eine Tugend.
Und dann denke ich, werden wir, durch
das zu Erlebende als österliche Menschen erfahren.


Klaus – Dieter Tischler,
Pfarrer