Kartoffelfest ganz traditionell

Wie jedes Jahr ist auch diesmal der Brinker Chor wieder zu Gast beim Kartoffelfest der Stiftung Lindenhof. (Foto: D. Lange)

Stiftung Lindenhof feierte in Kaltenweide

Kaltenweide (dl). „Das Kartoffelfest, das für uns heute auch ein kleines Jubiläum darstellt, hat bei uns eine recht lange Tradition“, sagte Ulrich Seiboth, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lindenhof. „Am Anfang, nachdem wir 1989 das alte Bauernhaus gekauft hatten, aus dem später das Wohnheim wurde, wollten wir uns mit dem Fest nur bei den Nachbarn in der Straße vorstellen. Schon damals kam der Brinker Chor zu uns und sang für unsere Gäste, wie heute auch noch. Organisiert wird das Fest, und zwar immer am letzten Samstag im September, von den Eltern in Eigenregie. Sie backen Kuchen, kochen Unmengen Kaffee, verkaufen Kartoffelpuffer und Bratwürstchen, bauen die Zelte auf und vieles mehr. Den Teig für die Kartoffelpuffer beispielsweise hat uns das Dorfgemeinschaftshaus in Krähenwinkel gespendet und die Bratwürstchen kommen von Riedel. Inzwischen ist das Fest zu einer festen Einrichtung geworden und wir haben immer so um die 500 bis 600 Gäste hier." Mit dem Kauf des alten Bauernhofs in der Lindenstraße in Kaltenweide nahm für die damalige Gemeinschaft der Eltern von behinderten Kindern ein langer und mühsamer Weg seinen Anfang, denn der Zustand des Hauses muss erschütternd gewesen sein. Es bedurfte, neben finanzieller Mittel, mehr als zehn Tausend Stunden an Eigenleistung sowie der Hilfe von Baufachleuten, bis das Haus endlich bezugsfertig war. Zwischendurch wurde im März 1992 aus einer Interessengemeinschaft engagierter Eltern die Stiftung Lindenhof, an der unter anderem die Lebenshilfe Langenhagen als Gründungsstifter aktiv beteiligt ist. Ulrich Seibert betont, „dass bei diesem Projekt immer auch der generationenübergreifende Gedanke im Vordergrund stand. Wir wollen gemeinsam leben, arbeiten und alt werden. Um ein solches Projekt aber realisieren zu können, braucht es viel Geld und das hatten wir nicht, deshalb die Stiftung. Ohne den Einsatz der Eltern bei der Restaurierung des Hauses hätten wir es aber trotzdem nicht geschafft“, ist sich Seibert sicher. Mittlerweile, seit 2003, wohnen 23 erwachsene behinderte Menschen unter einem Dach im Wohnheim Lindenhof, mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA) als geschäftsführender Träger der Einrichtung. „Was uns noch fehlt“, sagte Seibert, „ist ein Gemeinschaftsraum für alle. Wir können beispielsweise nicht alle gemeinsam Essen. Einen solchen Raum könnten wir durchaus auch anderen Einrichtungen zur Nutzung anbieten. Die Investitionskosten dafür liegen bei rund 150 Tausend Euro, für die wir derzeit noch auf der Suche nach Sponsoren sind. Bauanfragen für ein geeignetes Gebäude auf dem Grundstück sind jedenfalls schon gestellt."