„Kater Brummel ist ein Fall von vielen“

Kater Brummel wurde überfahren.

Tierkörper-Beseitigung ohne Chip-Auslesung

Langenhagen (gg). Große Sorgen haben Katzenbesitzer, wenn ihr Haustier nach einem Ausgang nicht wieder heimkommt. So ging es in der vergangenen Woche auch Ulrike Missner aus Kaltenweide. Ihr Brummel sollte eigentlich nur eine Stunde unterwegs sein, sie hielt Ausschau, wartete aber vergeblich. Von einer Nachbarin bekam sie Nachricht, dass eine Katze überfahren worden sei. Sicher war sie sich allerdings nicht. Daher versuchte Ulrike Missner, per Telefon weitere Informationen zu bekommen. Sie rief beim Tierheim an, beim Tierarzt, bei der Polizei, bei der Tier-Registrierung Tasso, mehrfach bei der Stadtverwaltung und auch beim städtischen Betriebshof. „Es war furchtbar. Es ist sehr schwer, Informationen zu bekommen“, beschreibt Ulrike Missner ihre verzweifelte Lage. Schließlich habe sie eine Auskunft eines Mitarbeiters auf dem Betriebshof erhalten. Wiederholt hat sie die Beschreibung von Brummel durchgegeben, woraufhin ihr ein Mitarbeiter bestätigte, dass eine solche Katze tot von der Straße geborgen, aber bereits auch in die Tierkörper-Beseitigung abgegeben wurde. „Nach dem Schock“, sagt die Katzenliebhaberin, „war ich auch verärgert, denn ich frage mich, warum ich nicht benachrichtigt wurde. Brummel hatte einen Chip, den hätte man einfach mit einem Gerät auslesen können. Hätte ich nicht durch Zufall vom Tod des Katers erfahren, würde ich noch wochenlang weitersuchen.“
Die Stadtverwaltung bestätigt auf Anfrage des ECHOS, dass Mitarbeiter beim Auffinden von toten Tieren den Chip nicht auslesen. „Die allgemeine Rufbereitschaft des Betriebshofes holt in unregelmäßigen Abständen tote Haus- und Wildtiere aus öffentlichen Grünanlagen oder von den Straßen ab. In der Mehrheit sind diese Tiere durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Tot aufgefundene Tiere werden in einer speziellen Box zwischengelagert und am nächsten Werktag von einer mit der Entsorgung beauftragten Fremdfirma abgeholt und beseitigt“, erklärt die Pressesprecherin Juliane Stahl.
Ulrike Missner will sich dafür einsetzen, dass dieser Ablauf geändert wird und Haustierbesitzer zum Verbleib ihrer Tiere benachrichtigt werden. Sie sagt: „Dies ist ein Fall von vielen. Es ist unzumutbar, auch für die Polizei, das Tierheim und weitere, sich mit Fällen zu beschäftigen, die eigentlich leicht geklärt werden könnten.“