Kein Antrag auf Stadtmarketingmittel
Städtische Vereinbarung zu Jazzmatineen besteht seit drei Jahren
Langenhagen (he). Weit aus dem Fenster gelehnt hat sich am Sonntag Horst-Dieter Soltau von Cultour & Co, Veranstalter der beliebten Jazzmatineen im Rathaushof. Gegenüber Zuhörern des diesjährigen Abschlusskonzertes erklärte er, dass die Fortsetzung der Konzertreihe aus finanziellen Gründen nicht gesichert sei und schob gleichzeitig den Schwarzen Peter der Stadt zu – diese gefährde mit ihren Forderungen den Fortbestand der Konzertreihe.
Tatsächlich schickt die Stadt für jede Konzertsaison eine Rechnung in Höhe von 800 Euro an Cultour & Co; in Rechnung gestellt werden darin die Kosten für einen Wachdienst und das Reinigungspersonal, das die im Rathaus zur Verfügung stehenden Toiletten am Sonntagnachmittag reinigt. Allerdings wurde genau dieses Verfahren vor drei Jahren, als der benachbarte Gastronom seinen Betrieb aufgab und dadurch keine Toiletten mehr zur Verfügung standen, mit Cultour & Co abgestimmt, auch Horst-Dieter Soltau erhob damals keine Einwände. Abgesprochen wurde auch, dass der Verein die Kosten ganz oder teilweise an den heutigen Betreiber der Gastronomie am Rathaus weitergibt, der ja aus dem Getränkeverkauf während der Konzerte Einnahmen erzielt. „Damals wurde eine klare Regelung getroffen, die auch in den vergangenen Jahren funktioniert hat“, sagt Stadtsprecher Roman Sickau. „Bei jeder Außenveranstaltung muss im Übrigen der Gastronom, der die Bewirtschaftung übernimmt, für Toiletten sorgen; das ist unter anderem auch beim Stadtfest so.“
Auch an der Sondernutzungsgebühr, die der Gastwirt für die Bewirtschaftung des Rathaushofes während der Jazzmatineen zahlt, will die Stadt aus guten Gründen nicht rütteln: Alle Gastwirte – nicht nur in Langenhagen – zahlen diese Gebühr, wenn sie auf kommunalen Flächen Außengastronomie anbieten. „Wir können in diesem Einzelfall keinen Freibrief ausstellen; das würde sicherlich andere Wirte auf den Plan rufen“, so Sickau.
Bürgermeister Friedhelm Fischer stellt klar, dass die Stadt sehr wohl wisse, was sie an der Konzertreihe habe: „Wir unterstützen Cultour & Co sehr gerne“, sagt er. So übernimmt die Stadt neben dem Sponsoring für eines der Konzerte auch den Aufbau der Bühne, die Cultour & Co. die gesamte Saison hindurch kostenfrei zur Verfügung steht. Auch der Rathaushof wird ohne Kostenerstattung zur Verfügung gestellt. Gerne würde die Stadt nach Auskunft des Bürgermeisters auch noch mehr tun: „Dafür müsste Herr Soltau aber die Finanzierung der Hofkonzerte offenlegen und vor allem einen Antrag auf Unterstützung mit Mitteln des Stadtmarketings stellen“, sagt Fischer. Ein solcher Antrag wurde bislang nicht gestellt, folglich auch keine Stadtmarketingmittel gezahlt. Im kommenden Jahr könnte das anders aussehen – wenn Horst-Dieter Soltau denn rechtzeitig einen Antrag stellt. „Erst dann zu schreien, wenn das Geld alle ist, ist eindeutig zu spät“, sagt Stadtsprecher Sickau.



