Kein Faible für die offene Ganztagsschule

Kaltenweider Eltern machen sich bei SPD für den Hort stark

Kaltenweide (ok). Offene Ganztagsschule – mit diesem Vorhaben stieß die SPD in Kaltenweide bei einer Informationsveranstaltung im Niet Hus keineswegs auf offene Ohren. Zumindest bei den anwesenden Eltern, die sich durch die Bank weg für das Modell Hort stark machten, Vergleiche mit der offenen Ganztagsschule Engelbostel gar nicht erst zuließen. Dort seien die Strukturen gewachsen, das sei bei einem Neubaugebiet wie in Kaltenweide ganz anders, sagte Elternvertreter Andreas Eilers. Immer wieder fiel der Begriff "qualitativ hochwertige Betreuung", die eben nur im Hort möglich sei, wo pädagogische Fachkräfte auf individuelle Bedürfnisse reagieren könnten. Und sie wehrten sich gegen das Konzept der offenen Ganztagsschule mit einem gewählten Angebot, dass dann für mindestens ein Halbjahr verpflichtend sei. Unf auch Schulleiterin Ursula Starker ist nicht gerade begeistert über die Initiative der Sozialdemokraten im Norden Langenhagens, fühlt sich nicht richtig mitgenommen. Der Ansatz sei falsch, zunächst müsse über die Art der Ganztagsschule diskutiert werden, ausreichend Räume zur Verfügung stehen. Dieter Galas, früherer Schulleiter an der IGS Langenhagen und lange Zeit im Ministerium tätig, war erstaunt über die Ablehnung der Idee in Kaltenweide. Immerhin seien von den 3.000 Schulen in Niedersachsen bereits 1.700 offene Ganztagsschulen. Andrea Plecksnies, Leiterin der Kita in Kaltenweide, war mit dem Verlauf der Veranstaltung nicht gerade glücklich, fühlte sich ebenfalls wenig mitgenommen und sah eher, dass ihr ein Konzept übergestülpt werden solle. Nahezu alle Eltern waren sich einig, auf ihre Bedürfnisse werde einfach nicht eingegangen. Domenic Veltrup aus Altenhorst brach ebenfalls eine Lanze für die Arbeit in den Horten, die vom Anspruch nicht mit einer offenen Ganztagsschule vergleichbar sei. Und er appellierte an das soziale Gewissen der Sozialdemokraten, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Sein Vorschlag: Hortplätze für alle, die wollen, und finanzielle Unterstützung für diejenigen, die es sich nicht leisten könnten. Das sei soziale Gerechtigkeit. Denn auch eine Betreuung in der offenen Ganztagsschule außerhalb der Kernzeiten zwischen 8 und 15 Uhr koste Geld. Und, was die Eltern massiv kritisierten: In dem Fall hätten die Kinder bis zu drei Betreuungspersonen an einem Tag. Es wurde deutlich: Die Eltern wollen sich in ihrer Wahlfreiheit nicht einschränken lassen, wehren sich dagegen, Angebote über einen längeren Zeitraum verpflichtend annehmen zu müssen. Denn: Ihre Kinder sollen noch die Freiheit haben, spontan einfach das zu machen, worauf sie gerade Lust haben. Ohne Termindruck. Das müsse im Grundschulalter durchaus noch möglich sein.