Kein Pardon bei Cannabis

Rüdiger Vieglahn (von links), Andreas Alder und Justyna Scharlé sprachen im hiesigen Kommissariat über die Jugendkriminalität. (Foto: G. Gosewisch)

Polizei hat Fokus auf Jugendkriminalität

Langenhagen (gg). Die Anzahl der Straftaten in Langenhagen hat die Polizei bereits in ihrer Jahresstatistik dargestellt, das ECHO berichtete. Nun erklärte der Leiter des Ermittlungsdienstes Rüdiger Vieglahn den Anteil der Jugendkriminalität. Kinder (bis 14 Jahre) und Jugendliche (bis 18 Jahre). Sie stellen 17 Prozent der Gesamtbevölkerung in Langenhagen. „Auf Prävention, Strafverfolgung und die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten im Jugendbereich haben wir einen besonderen Fokus“, sagt Kommisariatsleiter Andreas Alder. Die Anzahl der Straftaten, die Aufklärungsquote und die Anzahl der Tatverdächtigen wurden je nach Deliktbereich (Prügelei, Diebstahl, Sachbeschädigung, Alkohol und Drogen) erfasst. Zudem sind Tatorte erfasst, um Gefahren, beispielsweise rund um die Schulen, zu erkennen. Rüdiger Vieglahn hat nicht nur die prozentualen Werte, sondern auch die absoluten Zahlen im Blick. „Die Fallzahlen sind im Ganzen immernoch gering“, sagt er. Zwar gibt es eine Steigerung, aber die folgt dem Trend der Gesamtstraftaten unter allen Altersgruppen – 4.673 Straftaten (ein Plus von 445 im Vergleich zum Vorjahr). Die Jugend nimmt als keine herausragende Stellung ein. Dasselbe gilt für die Aufklärungsquote, die von den hiesigen Polizisten deutlich gesteigert wurde – von 52 auf 55 Prozent. 30 Prügeleien wurden im Jahr 2016 zur Anzeige gebracht, 90 Prozent dieser Fälle wurden aufgeklärt. Beim Diebstahl liegt die Aufklärungsquote bei 30 Prozent, 30 Jugendliche und 16 Kinder wurden als Tatverdächtige im Jahr 2016 ermittelt. Speziell für den Ladendiebstahl verzeichnet die Polizei eine Aufklärungsquote von 70 Prozent. Konsequente Verfolgung gilt unter der Leitung von Andreas Alder für den Deliktbereich Drogen. „Genau hinsehen heißt dann auch, dass Fallzahlen steigen“, so seine Anmerkung. Die Fallzahl (Cannabis) hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Jugendliche sind in 22 Fällen erfasst. Ein ganz anderes und neues Aufgabenfeld der Polizei sind die sozialen Medien. „Da muss an den Schulen noch Aufklärungsarbeit geleistet werden“, sagt Rüdiger Vieglahn, denn offensichtlich sei noch wenig bekannt, dass bei der Verbreitung von Fotos ein Straftatbestand besteht, wenn die Fotografierten der Vervielfältigung (beispielsweise über facebook) nicht zugestimmt haben. In enger Abstimmung mit der Polizei arbeitet Justyna Scharlé, städtische Integrationsbeauftragte und Vorsitzende des Präventionsrates. Sie betrachtet dabei auch die Details der polizeilichen Statistik und sagt: „Dass Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht auffällig sind, ist für mich eine große Erleichterung. Und dass nicht nur Jungs, sondern immer mehr Mädchen bei den Delikten erfasst werden, ist wichtig für die Ausrichtung der Präventionsarbeit.“