Keine Bewaffnung an der IGS

Konsequenzen nach Pfefferspray-Evakuierung

Langenhagen (gg). Eine kleine Dummheit eines 16-jährigen IGS-Schülers hatte am vergangenen Dienstagnachmittag große Wirkung. Er hatte in einem Gerangel eine Dose Pfefferspray in die Hand bekommen und in der Annahme, es sei Deospray, im Spaß losgesprüht – auch an den eigenen Körper. In der Folge klagten insgesamt 20 Schüler über Augenreizungen und Atemwegsbeschwerden. Lehrer alarmierten Polizei und Rettungskräfte. Es folgte die Teilevakuierung der Schule. Mehrere Rettungsfahrzeuge waren vor Ort. Drei 15-jährige sowie eine 17-jährige Schülerin und ein 19-Jähriger kamen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Ein 15 Jahre alter Mitschüler verblieb aufgrund einer Asthma-Erkrankung zur Beobachtung in einer Klinik. Gegen den 16-jährigen Verursacher ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Nach Auskunft von Schulleiter Wolfgang Kuschel könnte diese Ermittlung glimpflich ablaufen: „Da sich der Schüler auch selber angesprüht hat, ist die Verwechslung mit einer Deo-Dose glaubhaft.“ Ein Nachspiel wird die Rangelei schulintern haben, denn nach geltendem Waffenerlass sind nicht nur Schuss-Waffen , Messer oder Signalgeber (Laserpointer) an der Schule verboten, sondern auch Reizstoffe, zu denen Pfefferspray gehört. „Die Schülerin, der das Spray entrissen wurde, hätte es nicht in die Schule mitbringen dürfen“, sagt Wolfgang Kuschel. Bei allem Verständnis für Angst auf dem Schulweg, für ihn gilt: „Zunehmende Gewaltanwendung kann nicht mit Waffenbesitz ausgehebelt werden. Wir sind nicht in den USA. Wir verstehen uns als friedliche Schule und wollen die Schüler in ihrer Persönlichkeit stärken. Selbstverteidigungskurse können beispielsweise ein probates Mittel sein.“ Wer die Kosten des Rettungskräfte-Einsatzes zu zahlen hat, ist derzeit noch offen.