Keine Entspannung auf den Straßen

Mit Kontrollen im Straßenverkehr setzt die Polizei Zeichen für die Sicherheit. (Foto: Archiv G. Gosewisch)

Mehr Verkehrsunfälle, mehr Staus und mehr LKW

Langenhagen (dl). Die Bilanz ist eindeutig. Die Polizei gab nun die Verkehrsstatistik für das Jahr 2015 bekannt. Diese weist insgesamt 1.646 Verkehrsunfälle für Langenhagen aus. Das sind 153 Unfälle mehr als im Jahr 2014 und sogar 300 mehr als 2013.
Auch wenn die reinen Unfallzahlen im Vergleich mit anderen Kommunen gleicher Größe niedriger sein mögen. Als mitverantwortlich für die Steigerung sieht die Polizei unter anderem die erhöhte Verkehrsdichte im Stadtgebiet, nicht nur bei Staus auf der A2 und der A352, sondern auch insgesamt gesehen.
Insbesondere im Hinblick auf die Zunahme des LKW-Verkehrs. Wenn die Autobahn dicht ist, weicht der Verkehr auf das Stadtgebiet aus. Daraus ergibt sich fast zwangsläufig eine Häufung der Unfallzahlen auf der Walsroder Straße zwischen Berliner Platz und Konrad-Adenauer-Straße, im Verlauf der Bothfelder,- Godshorner- und Langenhagener Straße zwischen Silbersee und Godshorn als auch im Bereich der Kreuzung Hannoversche Straße/Langenhagener Straße in Schulenburg. Bei einer separaten Betrachtung der Unfallzahlen des ruhenden Verkehrs, sprich Parkplatzrempler und Sonstiges, zeigt sich eine deutliche Häufung rund um das CCL sowie auf den Parkplätzen und in den Parkhäusern am Flughafen. Mit dem allgemeinen Anstieg der Unfallzahlen nahm gleichermaßen sowohl die Zahl der verletzten Unfallopfer zu wie auch die Zahl der Sachschäden. Die Zahl der Schwerverletzten stieg auf 29, die Zahl der Leichtverletzten blieb dagegen fast gleich zu 2014. Die Zahl der Sachschäden stieg im vergangenen Jahr von 1.250 auf 1.392. Positiv zu vermerken ist, dass es im vergangenen Jahr keine Verkehrstoten zu beklagen gab. Aufgeschlüsselt nach der Art der Unfälle zeigt die Bilanz insgesamt 545 Unfälle im fließenden Verkehr und 279 im ruhenden Verkehr. Auffallend ist die hohe Zahl der sonstigen Unfälle, deren Ursachen von der Polizei nicht eindeutig zugeordnet werden konnten. Sie passten in keine der genannten Kategorien. Erwartungsgemäß am häufigsten an den Unfällen beteiligt waren PKW, insgesamt 727, gefolgt von 104 LKW und 91 Radfahrern. Anlass zur Sorge gibt die nochmals gestiegene Zahl von 502 Verkehrsunfallfluchten. Von denen endeten 475 mit einem Sachschaden, der auch einfache Parkplatzrempler mit einschließt, sowie 13 Fälle, bei denen Menschen verletzt wurden und in zwölf dieser Fälle verzeichnete die Polizei schwere Sachschäden. Zur Aufklärung wird die Polizei künftig ihrerseits nicht nur verbesserte Fahndungsmethoden und akribische Ermittlungsarbeit leisten, sondern sie setzt auch auf die Mithilfe der Bevölkerung und appelliert daran, etwaige Beobachtungen der Polizei zu melden. Bereits jetzt seien schon Erfolge in dieser Hinsicht zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote bei den Unfallfluchten stieg von 29,5 auf 37,7 Prozent. Im Rahmen ihrer Kontrollen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit schrieb die Polizei im Vorjahr 1.071 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, dazu kommen 162 Strafanzeigen. Analog zu den gestiegenen Unfallzahlen nahm auch die Zahl der von der Polizei geahndeten Verstöße zu. Gewissermaßen herausragend sind dabei die Zahlen bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen und der Handybenutzung während der Fahrt. Im ersten Fall ergibt sich ein Plus von 78,64 Prozent und im Zweiten eine Zunahme von 54,75 Prozent. Bei ihren Kontrollen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit stellte die Polizei weitere Fälle von Verstößen und Fehlverhalten fest. Radfahrer waren daran insgesamt 346 Mal beteiligt, in 337 Fällen ging es um Fehlverhalten gegenüber Radfahrern oder Fußgänger und 589 Mal musste die Polizei wegen Fahrens ohne Helm oder Gurt einschreiten.