Keine „Ganztagsschule de Luxe“

Ausschüsse plädieren für Gymnasium-Neubau und neue Veranstaltungssporthalle

Langenhagen (ok). Die Zeiten haben sich geändert, auch in den Schulen. So zumindest der Tenor in der gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses sowie des Technischen Schulbauausschusses. Deshalb machte Silke Kaune, Koordinatorin der Sekundarstufe I am hiesigen Gymnasium, deutlich, dass an der Pferderennbahn in erster Linie eine Schule und nicht ein Gymnasium gebaut würde. Wer weiß, wohin die Reise in der Schullandschaft in den nächsten Jahren oder sogar Jahrzehnten gehe. Auch am Gymnasium gebe es heute viele „verhaltenskreative Schüler“, Differenzierungsräume seien notwendig, es dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Die Diskussion angestoßen hatte SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr, der die geplante Größe von 14.000 Quadratmetern für den Neubau des Gymnasiums an der Neuen Bult in Frage gestellt hatte. Nach einem Hamburger Modell plus etwas Langenhagen-Standard müssten doch 10.000 Quadratmeter locker ausreichen. Dem entgegnete Silke Kaune: „Schauen Sie mal nach Baden-Württemberg. Dort gelten ganz andere Maßstäbe.“ Projektsteuerer Jens Kerkhoff von der Firma Constrata brachte Licht ins Dunkel: „Die Hauptnutzungsfläche für ein siebenzügiges Gymnasium liegt bei rund 9.500 Quadratmetern. Dazu kommen aber noch rund 3.700 Quadratmeter für die Sport-Indoorflächen. Wir gönnen uns in Langenhagen lediglich 800 Quadratmeter mehr.“ Aber gönnt sich das Gymnasium zu viele Räume für den Ganztagsbereich? Diese Vermutung hegt jedenfalls Wolfgang Kuschel (SPD), verbunden mit der Frage, ob das Gymnasium eine „Ganztagsschule de Luxe“ werden wolle. Er habe 13 gezählt. Ein Gedanke, dem Silke Kaune und Schulleiter Matthias Brautlecht eine klare Absage erteilen. Insgesamt seien es nur vier Räume für die Ganztagsbetreuung geeignet, der Rest habe nur die Größe als Lagerfläche. Silke Kaune: „Das es in dem Neubau keinen Keller gibt, müssen wir ja irgendwo zwei Tischtennisplatten, zwei Tischkicker und zwei Billardtische unterbringen.“ Auf verschiedenen Planungsebenen soll es jetzt losgehen. Zunächst mit Planung, Wettbewerb und Architekt. Die gesamten Planungsleistungen werden dann im nächsten Ausschuss diskutiert. Was das Grundstück an der Pferderennbahn angeht, so seien die Verhandlungen mit Region und bisherigem Pächter bisher sehr positiv verlaufen, die Tinte aber eben noch nicht trocken. Elternvertreter Uwe Gülke sprach ein Machtwort: „Es wird Zeit anzufangen, die Nebenkriegsschauplätze zu beenden.“ Das gelte auch für das Thema Veranstaltungssporthalle. Hier will Jens Mommsen (BBL) erst ein Konzept für den Umbau der IGS sehen, bevor es losgehen könne. Für Timo Heiken, Schulleiter an der IGS, zu lang. So müsse dringend Ersatz für die Peko-Halle her. Dort seien die Zustände mit Ungeziefer und Mäuse untragbar. Heiken: „Bei den Schülern heißt es Peko-Halle kommt von pekig.“ Ein Neubau einer Veranstaltungshalle, die mitgenutzt würde, sei auch ein Signal an die Schüler. Jens Mommsen (BBL) schlägt gleich den Neubau einer ganzen Schule vor. Dann sei die IGS lediglich mit sechs bis sieben Jahren dabei, ein Umbau im Bestand dauere in Langenhagen mindestens zehn bis zwölf Jahre. Wolfgang Langrehr machte Mommsen klar, dass ein Neubau auf einer grüne Wiese nur dann möglich sei, wenn es eine grüne Wiese gebe. Und: „Die Rieselfelder bekommen sie dafür nicht.“ Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die Ausschüsse sowohl für den Neubau des Gymansiums als auch die Veranstaltungshalle aus.