"Keine Ganztagsschule light!"

SPD und Grüne wollen ausgefeiltes Betreuungskonzept für
Grundschulkinder auf den Weg bringen

Langenhagen (ok). Marco Kurz, jugendpolitischer Sprecher der Grünen im Rat der Stadt Langenhagen, ist froh, solche Eltern in Langenhagen zu haben. Mütter und Väter, die sich unglaublich für ihre Sprößlinge engagierten, gerade in den Fördervereinen eine Menge angeschoben hätten. Und diese Eltern müssten beim nächsten großen Projekt, das SPD und Grüne auf den Weg bringen wollen, mitgenommen werden. SPD und Grüne haben vor, die Betreuungsangebote für Grundschülerinnen und -schüler auf eine pädagogisch breitere Basis zu stellen, die Bildungseinrichtungen in Ganztagsschulen umzuwandeln. Und dabei drückt die Mehrheitskoalition im Rat der Stadt ganz schön auf die Tube, heißt es doch in dem gemeinsamen Antrag, der im kommenden Jugendhilfeausschuss intensiv mit den anderen beiden Fraktionen diskutiert werden soll: "Das Konzept soll neben den Möglichkeiten eines Ausbaus der Angebote auch die finanziellen Auswirkungen gegenüberstellen und ist spätestens zum 2. August vorzulegen. Nach der Sommerpause soll es also schon losgehen, Sozialpädagogen mit einbezogen werden. Dass das Projekt viel Geld kostet, was an anderer Stelle eingespart werden muss, ist Kurz und seiner SPD-Ratskollegin Irina Scharnowski schon klar. Aber die beiden sehen darin die Zukunft für Langenhagen und vor allen Dingen einen weichen Standortfaktor im Kampf um mehr Einwohner bei einer negativen demographischen Entwicklung. Wichtig ist den jungen Politikern auch, dass das "vernünftige" Betreuungsangebot auf lange Sicht und nachhaltig angelegt ist; es sich nicht nur um ein Aufbewahrungskonzept handelt. Soziale Kompetenzen sollen vermittelt, Themen, die nicht in den Unterrichtsplan passen, aufgegriffen werden. Darüber hinaus ist die Hausaufgabenhilfe ein weiterer Schwerpunkt. Irina Scharnowski: "Wir wollen auf keinen Fall eine Ganztagsschule light!" Marco Kurz, der die Zukunft auch eher in der pädagogischen Ganztagsschule als im Hort sieht, regt eine Generalkonferenz mit sämtlichen Schulvorständen an, auf der die Probleme angegangen und verbessert werden können. Dort könnten viele Synergieeffekte entstehen. Wichtig sei eben auch, dass im Rat Konsens bestünde. Kurz: "Wir müssen jetzt endlich agieren, nicht immer nur reagieren."