Keiner gibt nach, keiner weicht zurück

Ortstermin: Anwohner, Politiker und Elternvertreter diskutieren an der Angerstraße über die Verkehrssituation.Foto: O. Krebs

Angerstraße: massive Klagen über Raserei und hohes Verkehrsaufkommen

Langenhagen (ok). Umgehungsstraße Angerstraße? Anwohnerinnen und Anwohner machen jetzt mobil, weil sie ein „extrem hohes Verkehrsaufkommen“ beobachtet haben – gerade zu bestimmten Stoßzeiten. „Vor allen Dingen zu den Schulzeiten und zum Feierabend“ , weiß Robert Kurz, einer der Initiatoren. Das Argument von Bürgermeister Friedhelm Fischer, dass insbesondere die Bauarbeiten an der Trogstrecke zu dieser Belastung führten, lassen die Bewohnerinnen und Bewohner der Angerstraße nicht gelten. Das sei vorher auch schon so gewesen. Das Risiko für Schul- und Kindergartenkinder und natürlich auch für Ältere sei groß, häufig werde an Engstellen über den Bürgersteig ausgewichen. Raserei sei an der Tagesordnung, Tempo 30 werde oft überschritten. Robert Kurz: „Angrenzende Straßen wie etwa Brinkholt werden zusätzlich stark frequentiert. Erhöhter Feinstaub und Lärmbelastung kommen dazu.“ Alles hänge eben miteinander zusammen. Geschwindigkeitskontrollen? Nicht möglich – ohne Abstimmung mit der Polizei könne nicht sanktioniert werden, sagt Bürgermeister Friedhelm Fischer. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung dürfen den fließenden Verkehr nicht kontrollieren. Das ist aus Sicht vieler Anwohnerinnen und Anwohner aber ohnehin nicht ausreichend, eine nachhaltige Lösung müsse her: Sprich: Die Straße für den Durchgangsverkehr sperren, sodass die Autofahrerinnen und -fahrer zum Wenden gezwungen werden oder eben gleich nur auf der Walsroder Straße fahren. Eine Idee, die nicht allen Nachbarn schmeckt: Margarete und Michael Zwick hätten nach ihren Angaben einen massiven Umsatzverlust zu beklagen, sollte es dazu kommen, fühlen sich quasi abgehängt. Jens Mommsen, der genauso wie die anderen Bürgermeisterkandidaten zu dem Ortstermin vor die Brinker Schule gekommen war, schlug Pfähle als Begrenzung vor, damit nicht auf dem Gehweg geparkt werde. Dirk Musfeldt regte an, ein Seitenradarmessgerät eine Woche lang aufzustellen. Das eigentliche Problem, von dem sich die Anwesenden mit eigenen Augen überzeugen konnten, ist allerdings wie so oft in unserer Gesellschaft der Egoismus und die Rücksichtslosigkeit Einzelner: Keiner gibt nach, keiner weicht zurück. Robert Kurz ist froh, dass jetzt eine politische Diskussion angeschoben worden ist, will mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreiter das Thema auch in der nächsten Sitzung des Verkehrs- und Feuerschutzausschusses am 5. Juni vorbringen. In einer Anliegerversammlung soll ebenfalls über eine mögliche Sperrung diskutiert werden. Verwaltungschef Friedhelm Fischer goss allerdings auch etwas Wasser in den Wein und bremste die Euphorie: Der gesamte Verkehr sei nicht durch Sperrungen von der Straße zu bekommen; diese Diskussionen gebe es im gesamten Stadtgebiet, beispielsweise an der Eich- und Wiesenstraße in Krähenwinkel, wo es auch regen Durchgangsverkehr gebe.