Kennenlernen der Kandidaten

Wollen Verantwortung übernehmen: Stefan Dammann (von links), Jens Mommsen, Dirk Musfeldt, Mirko Heuer und Friedhelm Fischer. (Foto: G. Gosewisch)

Verein Bürger für Kaltenweide im Nie`t Hus

Kaltenweide (gg). Kennen sollten die Bürgerinnen und Bürger die Kandidaten, die sich am 25. Mai zur Bürgermeister-Wahl stellen, so die Überzeugung unter den Mitgliedern des Vereins Bürger für Kaltenweide (BfK). Der Verein hat daher in Kooperation mit dem Langenhagener ECHO zur Podiumsdiskussion eingeladen. Der Versammlungsraum im Nie´t Hus war gut gefüllt, die fünf Kandidaten stellten sich den Fragen, die zuvor aus einem Leser-Aufruf vom ECHO und vom Verein BfK gesammelt wurden. „Wichtig war uns und das ist hier gelungen, dass alle, die vor Ort waren, auch spontan ihre Fragen stellen konnte“, sagt Organisator Marco Rösler für den BfK. So wurde auch das Thema Überfüllung und Raumnot in der Grundschule Kaltenweide sowie Betreuungsmisere angerissen. Eltern von betroffenen Schülern meldeten sich zu Wort und brachten damit sozusagen „Salz in die Suppe“, denn das Thema schwelt seit Jahren, Kinder werden in provisorischen Containern betreut, Besserung ist frühestens mit dem zu bauenden Kinderhaus in ein paar Jahren in Sicht und auch das sei jetzt schon nicht ausreichend. Grünen-Kandidat und Ratsherr Dirk Musfeldt sagte: „Ich kann mich nur entschuldigen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Bürger in dieser Situation sind. Das muss sich ändern.“ Bürgermeister Friedhelm Fischer, SPD-Kandidat, sagte: „Es war ein gravierender Fehler, die Grundschule Weiherfeld nicht zu bauen. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre diese Schule gebaut worden.“ Schnelle Besserung habe man sich von der Zusammenlegung der Schulbezirke versprochen, das sei so nicht aufgegangen. In Sachen fehlender Betreuungsplätze habe es in den vergangenen Jahren eine massive Verschiebung des Elternwillens gegeben, das sei kaum vorhersehbar gewesen. Die Zuhörer ließen das nicht gelten, forderten eine vorausschauende Planung. Das gelte auch für den Ausbau des Breitbandnetzes zwecks schnellem Internetzugang. „Das Weiherfeld ist Mitte der 90er Jahre geplant worden, da hat noch niemand gewusst, dass das Breitband einmal wichtig werden würde“, erklärte Fischer zum Sachverhalt. „Da hätte die Verwaltung vor fünf Jahren nachplanen und sich kümmern müssen“, so die Meinung im Publikum. Das gab Wasser auf die Mühlen der Kandidaten Mirko Heuer (CDU), Stefan Dammann (FDP) und Jens Mommsen (ohne Partei), die wie Dirk Musfeldt im Fall ihrer Wahl eine serviceorientierte effiziente Verwaltung gestalten und vieles besser machen wollen. „Es wären schlechte Kandidaten, wenn sie nicht kritisieren würden“, sagte Fischer. Er hatte in verschiedenen Themenbereichen immer wieder auf die Weisungen des Rates hingewiesen, die Verwaltung sei daran gebunden und könne es schließlich nicht besser machen, als die Politik es erlaube. Langenhagen sei gut aufgestellt, vieles funktioniere sehr gut.
Straff geführt mit begrenzter Redezeit konnte jeder Kandidat seine Ziele im Fall der Wahl beschreiben, sodass auch die gesamte Veranstaltung sehr interessant und kurzweilig verlief. Inwieweit die Verbesserungspläne der Kandidaten durch- und umzusetzen sind, klang schon mit Einschränkungen an. So räumte beispielsweise Mirko Heuer ein, dass das wohl zwei Jahre dauern werde, bis sie für die Bürgerinnen und Bürger spürbar werden.
Die Positionen der fünf Kandidaten sind genau im Internet nachlesbar: www.30855.de.