Kennzeichen „gelb und giftig“

Raupe des Jakobskreuzkrautbärs. (Foto: R. Stankewitz)

Kontroverse Meinungen zum Jakobskreuzkraut

Langenhagen (gg). Mehrere Meldungen gibt es in jedem Jahr zum Jakobskreuzkraut. Besonders auffallend mit gelber Blüte an Straßenrändern, auf Wiesen und Brachflächen erinnert es viele Bürgerinnen und Bürger daran, dass etwas gegen die Ausbreitung getan werden müsste, denn allgemein bekannt ist die gefährlich giftige Wirkung dieses Krauts, wenn es als Beimengung im Heu an Rinder, Pferde, Ziegen oder Schafe verfüttert wird. Dann wird es von Tieren mitgefressen, weil es nicht mehr bitter schmeckt, wie im frischen Zustand. „Besonders an der Stadtparkallee auf dem ehemaligen Beach-Volleyball-Feld ist die Verbreitung deutlich. Man sieht es eigentlich an fast jedem Straßenrand, und wenn man es in der Blüte mäht, werden die Blüten notreif und die Samen verbreiten sich erst recht“, ärgert sich eine ECHO-Leserin in einem offenen Brief. Tatsächlich gibt es Erfahrungsberichte von Tierhaltern zu schweren Vergiftungsfällen. „Auch im Honig wurde das Gift schon gefunden, ebenso kann es über die Milch der Milchkühe auch vom Menschen aufgenommen werden. „Die Experten verfolgen laufend die fachlichen Diskussionen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zum Thema Jakobskreuzkraut“, versichert die Stadtverwaltung auf Anfrage, aber aufgrund des ökologischen Wertes als Nahrungsquelle für Insekten werde auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser heimischen Pflanze auf stadteigenen Flächen geachtet. „Die Stadtverwaltung beachtet daher im Einzelfall die Umstände wie etwa Blütenstand der Pflanzen oder Weideflächen beziehungsweise für die Silage genutzten Flächen in der unmittelbaren Umgebung. Es gibt keine gesetzliche Bekämpfungspflicht“, so die Stellungnahme weiter. Grasschnitt von städtischen Grünflächen müsse ordnungsgemäß entsorgt werden, die erfolge in der Regel auf der Deponie.
„Fachlich ist die Stellungnahme der Stadt richtig“, erklärt der ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte Ricky Stankewitz und weiter, „einzig die Tatsache, dass die Biogasanlage in Kaltenweide nicht ausgestattet ist, um Grünschnitt zu verwerten, ist eine ärgerliche Tatsache, die die Deponierung des Grünschnitts in eine sinnvolle Maßnahme zur Energiegewinnung umwandeln würde. Der Umbau an der Anlage ist dafür wohl aber zu teuer für die Betreiber.“