Kerosin lief auf dem Flugfeld aus

Gemeinsam übten die Feuerwehren auf dem Flugfeld.
 
In Spezialanzügen gingen die Feuerwehrleute zu Werke.

Werkfeuerwehr des Flughafens und Ortsfeuerwehren übten Gefahrguteinsatz

Langenhagen. Die Werkfeuerwehr des Flughafens und die sechs Ortsfeuerwehren der Stadt Langenhagen haben jetzt gemeinsam einen Gefahrguteinsatz am Flughafen geübt.
Gegen 8.15 Uhr kollidierte am Sonnabend ein Wagen im Vorfeldbereich mit einem Tankzug. Durch die Kollision wurde die Hülle des Tankaufliegers derart geschädigt, dass in der Folge große Mengen Kerosin ausliefen. Der Autofahrer wurde durch den Aufprall schwer verletzt in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Damit nicht genug: Sein Fahrzeug fing unmittelbar nach dem Unfallereignis Feuer.
Der Lastwagen-Fahrer zog sich unterdessen leichte Verletzungen zu und setzte einen Notruf ab.
Die Zentrale der Werkfeuerwehr alarmierte daraufhin den Gebäudebrandschutzzug, der bereits nach wenigen Minuten die Brandbekämpfung einleiten konnte. Das auslaufende Kerosin hatte sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Vorfeld ausgebreitet, sodass ein hier abgestelltes Flugzeug unmittelbar gefährdet war. Aus diesem Grund ließ der Einsatzleiter der Flughafenfeuerwehr den ICAO (International Civil Aviation Organization) - Zug und den Stadtbrandmeister Arne Boy nachalarmieren. Im weiteren Verlauf wurde die Alarmstufe von fho (Flughafenhauptalarm Stufe 0) auf abc2 (Gefahrgutalarm groß) erhöht und der Gefahrgutzug der Stadtfeuerwehr Langenhagen hinzugezogen.
Die Einsatzstelle wurde anschließend durch Stadtbrandmeister Boy geordnet und in drei Abschnitte eingeteilt: Gebäudebrandschutzzug: Brandbekämpfung und technische Rettung des Autofahrers mit hydraulischen Rettungsgeräten; ICAO-Löschzug: Schutz des abgestellten Flugzeuges und des angrenzenden Hangars durch drei Flugfeldlöschfahrzeuge; Gefahrgutzug: Auffangen des auslaufenden Kerosins und Abdichtung des Tankzuges.
Nach Erstversorgung des Autofahrers durch eine Notärztin entfernten Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr das Dach des Wagens Ds Auto wurde vor der Übung mit einem Radlader demoliert, sodass die Arbeiten durchaus anspruchsvoll, also realitätsnah waren. Über ein SpineBoard wurde der Patient achsengerecht und besonders schonend aus dem Auto befreit.
Fünf Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges sicherten unterdessen in speziellen Schutzanzügen (so genannte Chemikalienschutzanzüge) das auslaufende Kerosin. Mit einer chemikalienbeständigen Pumpe wurde es anschließend in resistente Fässer umgefüllt. Nach dem Einsatz wurden die Schutzanzüge in einer Dekontaminationsdusche gereinigt. Die Dusche wurde zwischenzeitlich durch die zuständige Ortsfeuerwehr Kaltenweide aufgebaut. Ein Trupp des Messzuges maß am Hangar die Umgebungsluft
An der Übung waren acht Fahrzeuge der Werkfeuerwehr und 15 Fahrzeuge der Stadtfeuerwehr Langenhagen sowie 101 Einsatzkräfte beteiligt. Die von Frank Wolters (WF Airport) und Uwe Köpke (Stadtfeuerwehr Langenhagen) ausgearbeitete Übung war nach eineinhalb Stunden beendet.
Die besonderen Gegebenheiten, die ein internationaler Verkehrsflughafen mit sich bringt, erfordern regelmäßiges Üben von kommunaler Feuerwehr und hauptamtlicher Werkfeuerwehr. Durch gemeinsame Übungen ist in den vergangenen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zwischen der freiwilligen und der hauptamtlichen Feuerwehr entstanden. Ferner ist der Flughafen Hannover gehalten, in Abständen von zwei Jahren Übungen nach den Vorgaben der ICAO abzuhalten. Die ICAO-Übungen sind Grundlage der Erteilung einer Betriebserlaubnis.