Kicken mit sozialer Verantwortung

Der Doppelpass wurde auch trainiert.Fotos: O. Krebs

70 Kinder bei 96-Fußballschule auf dem Sparta-Gelände

Langenhagen (ok). Technik, Taktik und Schusstraining sind das Eine, Werte und gute Umgangsformen das Andere. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder Spaß am Fußballspielen haben, die Talentsichtung steht bei uns nicht im Vordergrund“, sagt Jürgen Holletzek, der mit der Fußballschule von Hannover 96, die es seit 2008 gibt, das erste Mal in Langenhagen gastierte. Der Fußballfachmann war begeistert von den schönen Plätzen bei Sparta, zollte Organisator Frank Prignitz ein ganz dickes Lob. Die Fußballschule des Bundesligisten aus der Landeshauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen gemacht, wird auch außerhalb der Region – zum Beispiel in den Ferienorten – sehr gut angenommen. „Mehr als 5.000 Kinder im Jahr werden bei uns ausgebildet, und dabei sind wir uns auch unserer sozialen Verantwortung bewusst“, sagt Jürgen Holletzek im Gespräch, Dabei setzt der Leiter der Fußballschule auf ein erfahrenes und zuverlässiges Trainerteam von 25 Übungsleitern, das gut mit Kindern umgehen kann, in dem es aber auch menschlich stimmen muss. Bei der Auswahl vertraut Holletzek auf seine Menschenkenntnis; ein Gespräch bringe ihm mehr als die dauernde Korrespondenz per E-Mail. Zu seiner Truppe gehören auch ehemalige Profis wie etwa Fatmir Vata und Christian Schreier, die in Langenhagen dabei waren, oder aber Torwart Holm Mauritz, der sich beim TSV Havelse in der 2. Bundesliga einen Namen gemacht hat. Alles „Pfundskerle“, für die Holletzek durchs Feuer gehen würde. Und sie natürlich auch für ihn. Holletzek steht in engem Kontakt mit Jens Rehhagel, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrum, das in den kommenden Jahren ja sukzessive und kontinuerlich verbessert wird. „Vier bis fünf Jungs aus der Fußballschule haben es schon in unsere U-Mannschaften geschafft“, sagt Holletzek stolz. Dass er seinen Job liebt, ist bei jedem seiner Worte förmlich zu spüren, auf dem Platz vergisst Holletzek den stressigen Alltag. Und der ist sicher nicht ohne, 45 von 52 Wochenenden sind dem Fußball vorbehalten; Holletzek ist froh, dass seine Frau mitspielt. Zwei Camps laufen bis Oktober mindestens parallel; die 96-Fußballschule ist fast schon auf zwei Jahre hinaus ausgebucht, die Warteliste lang.
Die glücklichen Augen der jungen Kicker sind für ihn aber Entschädigung genug und so war es auch an der Emil-Berliner-Straße auf dem Sparta-Gelände, das die Kinder am Sonntag ein wenig kaputt, aber stolz wie Bolle mit kleinen Präsenten und einer Urkunde verließen. Der gesamtgesellschaftliche Ansatz der Fußballschule durfte aber auch bei den Schlussworten von Jürgen Holletzek nicht fehlen, als er den fast 70 Jungen und einem Mädchen mit auf den Weg gab: „Seid euren Eltern dankbar, dass sie euch das hier ermöglicht haben; das ist keine Selbstverständlichkeit.“