Kinderhaus kostet 3,46 Millionen

Den symbolischen Spatenstich zu Baubeginn machten Stadtbaurat Carsten Hettwer, Architekt Jens Kruse, Hort-Leiterin Frauke Brusche, Bürgermeister Mirko Heuer und Ortsbürgermeister Reinhard Grabowsky. (Foto: G. Gosewisch)

Zinkblech-Optik mit Bambus, Staunässe einkalkuliert

Kaltenweide (gg). Den Baubeginn für das Kinderhaus an der Zellerie feierte die Stadtverwaltung nun mit einem symbolischen Spatenstich auf dem Gelände zwischen Zelleriehaus und Osterberg. Auf dem 7.500 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein zweigeschossiges Haus mit einer Grundfläche von 688 Quadratmetern zur Unterbringung von 80 Hortkindern aus der Grundschule Kaltenweide.
Sie haben bisher nur Container zur Verfügung und freuen sich auf mehr Platz zum Spielen. Sprecher der Hort-Gruppen traten im Rahmen der Feierstunde vor den Bürgermeister und formulierten den Dank und die Hoffnungen im Namen aller Hortkinder. Zum Abschluss ließ jedes Kind einen Luftballon steigen, sehr zur Freude der Verwaltungsmitarbeiter. Sie waren zahlreich erschienen, aus mehreren Fachbereichen – verständlich, denn der Baubeginn mildert, nach erheblichen Verzögerungen, nun die Forderung der Elternschaft nach angemessener Unterkunft. Genug Platz wird in dem großzügig geschnittenen Neubau Ende 2017 vorhanden sein. Nach Ausführung des beauftragten Architekten Jens Kruse aus Bremen wird es auch Bewegungsräume geben, die von zwei Seiten Tageslicht bekommen. Dach und Fassade werden aus Zinkblech sein, von einigen Holzflächen unterbrochen. Balkon und Außentreppe unterstützen die Formgebung, bieten gleichzeitig im Brandschutzkonzept wichtige Funktionen. Rund um das Gebäude sollen Spielflächen entstehen, ein Bolzplatz, ein Dreier-Reck und ein Platz zum Balancieren.
„Wir wissen, es ist einfach nass“, sagte Stadtbaurat Carsten Hettwer zum Standort. Ausdrücklich und mehrfach sprach auch Jens Kruse den besonders hohen Grundwasserstand und den schlechten Oberflächenabfluss auf dem Grundstück an. „Wir wissen von der Problematik und haben nach Lösungen gesucht.“ Mittels einer Modellierung der Oberfläche soll mit dem hoch anstehenden Wasser nun gelebt werden. Es wird eine Muldenableitung und einen Sickerdamm geben, denn die Graben-Einleitung ist nur möglich, wenn dieser frei ist. „Einmal in zehn Jahren (rechnerisch nach Wetterkalender) schwappt das stauende Regenwasser bis nach vorne an den Eingangsbereich“, sagte Jens Kruse.
Statistisch einmal pro Woche gebe es stärkeren Regen, dann ist der hintere Grundstücksbereich unter Wasser. Das neue Haus, Gesamtinvestition 3,46 Millionen Euro, wird also oft von Staunässe umgeben sein. Vorgabe des Architekten an die Freiraumplanung ist eine umfangreiche Bambus-Pflanzung.