Klarheit durch Seitenradarmessgerät?

Kinder und Eltern fordern Verwaltung und Polizei zum Handeln auf.Foto: O. Krebs

Anwohner von Rasern im Frieda-Nadig-Weg genervt

Kaltenweide (ok). Die Raser in ihrer Straße nerven die Anwohner im Frieda-Nadig-Weg im Weiherfeld kolossal; sie haben Angst um die Gesundheit ihrer Kinder. Bis zu 60 Autos in der Minute haben sie gezählt, die alle viel zu schnell in der 30er-Zone unterwegs waren. Teilweise sogar vier oder fünf gleichzeitig. „Wir mussten uns sogar beschimpfen lassen“, ist eine Anwohnerin und Mutter empört. Durch die parkenden Autos sei die Sicht schon erschwert, Raserei könnte fatale Folgen haben. Selbst der Bus fahre hier manchmal mit einem Affenzahn von etwa 60 oder 70 Sachen durch. Zum Glück sei hier bisher noch nichts passiert. Aber soweit wollen es die Eltern natürlich nicht kommen lassen, üben jetzt Druck auf die Verwaltung aus. Denn: Als die meisten hier vor fünf bis sechs Jahren gebaut haben, seien sie davon ausgegangen, dass es sich beim Frieda-Nadig-Weg um eine Sackgasse für Anlieger handle. So habe es jedenfalls im Bebauungsplan gestanden. Das hier nun seit drei Jahren der Bus durchfährt, hätten sie sich auch nicht träumen lassen. Dazu komme noch die Belästigung durch den Lärm in den Abendstunden, die Schächte auf den Straßen klapperten wie verrückt, wenn der Bus darüberfahre. Die lapidare Antwort aus der Verwaltung: Dafür sei die Üstra zuständig, die müssten ihre Fahrer anweisen. Alles in allem Antworten, die die Anwohnerinnen und Anwohner im Frieda-Nadig-Weg nicht zufriedenstellen –selbst eine Meldung der Autokennzeichen von vermeintlichen Rasern an die Polizei habe nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Vor allen Dingen eins können sie nicht verstehen:Da der Übergang zum Louise-Schröder-Weg für Fahrzeuge aller Art gesperrt ist, hätte doch durch Anlieger etwas in „ihrer“ Straße zu suchen. Karin Saremba, Leiterin des Fachbereichs Ordnung, gibt den Eltern grundsätzlich recht, verweist aber auch auf die Polizei als zuständige Ordnungsbehörde. „Die Einhaltung des Durchfahrtsverbots kann nur von der Polizei überwacht werden, da es sich hier um fließenden Verkehr handelt.“ Der Polizei sei dieses Problem bereits bekannt, aber sie werde noch einmal einen Hinweise in dieser Angelegenheit geben. Zu berücksichtigen sei aber auch, dass das Durchfahrtsverbot wegen der Bauarbeiten auf der Weiherfeldallee zurzeit zumindest für eine Fahrtrichtung aufgehoben sei. Hieraus resultiere mit Sicherheit ein temporär höheres Verkehrsaufkommen im Frieda-Nadig-Weg.
Bevor einzeln „geblitzt“ wird, soll zunächst einmal das Seitenradarmessgerät, das die Anzahl der Fahrzeuge, ihre Fahrzeuggröße und die Geschwindigkeit misst, zum Einsatz kommt. Saremba: „Im Mai und Juni 2008 ist solch eine Messung im Louise-Schröder-Weg gelaufen. Damals hat es lediglich Überschreitungen von 1,5 bis drei Prozent gegeben.“ Ähnliche Resultate seien im Orthleut ermittelt worden. Fazit: Es habe keinen Handlungsbedarf gegeben.
Was technische Hilfsmittel zur Reduzierung der Geschwindigkeit angeht, so macht Saremba den Bewohnerinnen und Bewohnern des Frieda-Nadig-Weges wenig Hoffnung. Poller könnten wegen des öffentlichen Personennahverkehrs nicht gesetzt werden, und Kölner Teller seien absolut kontraproduktiv, mit ihnen habe es nur schlechte Erfahrungen gegeben. Einengungen oder so genannte Aufhöhungen kämen wegen des Busverkehrs nicht in Frage, ebenso wenig wie eine Busschleuse. Denn: Die Üstra behalte es sich vor, dort nachts oder abends mit einem Ruftaxi fahren zu können.