Klingende S(ch)wingende Ökumene

So schön kann Kirche sein, so schön kann Ökumene sein… Haben Sie noch unseren 1. Ökumenischen Stadtkirchentag in Erinnerung? Viel Freude und Schwung hat er bei den Christinnen und Christen in Langenhagen ausgelöst. Noch immer ist etwas von diesem Schwung zu spüren und will zum Klingen gebracht werden. So feiern wir - die Evangelischen Gemeinden Zum Guten Hirten, Godshorn, Matthias-Claudius und die Katholische Liebfrauengemeinde- an diesem Wochenende die Ökumenischen Glockentage (einen Bericht darüber gab es bereits am letzten Wochenende in dieser Zeitung!). Haben Sie in Ihrer Schulzeit auch Schillers „Glocke“ lernen müssen? „Fest gemauert in der Erden Steht die Form, aus Lehn gebrannt. Heute muss die Glocke werden. Frisch Gesellen, seit zur Hand. Von der Stirne heiß, Rinnen muss der Schweiß. Soll das Werk den Meister loben, Doch der Segen kommt von oben.“ Schillers Text erzählt etwas von der Mühsal der Entstehung einer Glocke. Ein Film aus unseren Tagen zeigt uns etwas davon – eine spannende Angelegenheit. Warum Glocken und ihr Geläut? Geht es nicht auch ohne? Nein! Glocken, sie begrüßen bei der Taufe ein neues Gemeindeglied; sie verabschieden den Menschen, der die letzte Wegstrecke dieses irdischen Lebens und den unmittelbaren Weg zu Gott angetreten hat. Glocken wollen daran erinnern, dass der Tag und die Woche unterschiedliche Zeiten und Strukturen hat: sie können uns helfen, einen Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe zu finden - und Gott ein großes oder kleines „Dankeschön“ zu sagen – besonders am Sonntag! An diesem Tag rufen sie uns zur Gemeinschaft miteinander: zu Gebet und Lobpreis: „Lobet den Herrn in seinem Heiligtum…lobet ihn mit Saiten und Pfeifen, lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln“(Psalm 150). Wenn die Glocke in diesem Psalm auch nicht ausdrücklich erwähnt ist, so doch die Zimbeln, die an den Klang der Glocke erinnern. Die Glocke - etwas Biblisches? Nicht unbedingt und doch auch! Im Buch Jesus Sirach ist zu lesen: Aaron aus dem Stamm Levi… Er kleidet sich in Pracht und schmückte ihn mit herrlichen Gewändern: mit Beinkleidern, Leibrock und Obergewand. Dessen Saum verzierte er mit Glöckchen im Kreis und mit klingenden Granatäpfeln ringsum“. Es war Hrabanus Maurus, Abt des Klosters Fulda, der ins seinem Buch über „Musik, Glocken und Glöckchen“ schrieb: “Goldene Glöckchen, den Kleidern eingefügt, sind die Worte der Predigt. Granatäpfel unter die Glöckchen gemischt, bedeuten die Einheit im Glauben und die Eintracht der Liebe…“ Die Glocke als Verkünderin der Einheit im Glauben. Ein zeitloser Auftrag! Zugleich ein nahtloser Übergang vom Rocksaum auf die Glockentürme als „Zeichen und Wohlklang von Verkündigung, Sakrament und Kirche – Leben und Tod“.
Karla Lüddecke, Gemeindereferentin