"Königin der Instrumente" mit großem Klangspektrum

Nicht nur ein Ton macht die Musik: Die Organisten Markus Tillack (von links), Miriam Venz, Johannes Schwietering, Hannelore Brendel und Holger Kiesé lieben ihre Orgel. (Foto: O. Krebs)

Matthias-Claudius-Gemeinde feiert ihr Orgeljubiläum

Krähenwinkel/Kaltenweide (ok). Was lange währt, wird endlich gut: Vier Jahre lang hat Orgelbaumeister Hermann Hillebrand aus Altwarmbüchen in der Matthias-Claudius-Kirche gebaut; am Reformationstag 1967 war es dann endlich soweit. Die Orgel, die insgesamt 60.000 Mark gekostet hat, wurde eingeweiht. Etwa 40.000 Mark kamen damals aus Spenden zusammen.Die Orgel besteht aus Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal mit insgesamt 20 Registern und 1.500 Pfeifen. Mitte der 90er Jahre ist die Orgel dann für 66.000 Mark teilerneuert worden. Mit einem Festgottesdienst hat die Matthias-Claudius-Gemeinde jetzt das Orgeljubiläum gefeiert. Und passend zum gerade abgelaufenen Luther-Jahr mit dem Hi8ntergrund "500 Jahre Reformation" machte Pastorin Dorothea Renner-Venz deutlich, dass es Martin Luther zu danken sei, die Orgel als Instrument im Gottesdienst zu haben. Denn: Durch die Herausgabe des ersten Gesangbuches im Jahre 1524 wurde er der Schöpfer des deutschen Choralgesangs, und die Orgel erhielt die Funktion, die Führung des Gemeindegesanges zu übernehmen. Zur Einweihung wurde dann auch unter anderem eines das wohl bekannteste Luther-Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" gespielt. Was alles in dem Instrument steckt, zeigten dann die Organisten, die schon auf dieser Orgel gespielt haben. Mit ihren zum Teil eigenen Interpretationen holten sie musikalisch alles aus der Orgel raus, demonstrierten die Klangvielfalt. Nicht nur für Miriam Venz ist sie die "Königin der Instrumente". Das einzige, das unentwegt Ton hat. Stimmen können auseinandergehalten werden, orchestrale Musik sei möglich. Und ihr Kollege Holger Kiesé ergänzte, dass das Klangspektrum alle musikalischen Facetten enthalte. Hannelore Brendel erinnert sich noch gut: "Als die Orgel drei Jahre alt war, habe ich hier das Orgelspielen beim damaligen Kantor Kommichau" gelernt. Darüber hinaus waren noch die Organisten Markus Tillack und Joahnnes Schwietering in die Matthias-Claudius-Kirche gekommen, Hildegard Weis konnte nicht anwesend sein. Die Orgel wird regelmäßig gewartet. Und bei vorbildlicher Pflege wird das gute Stück sicher auch noch in 50 Jahren erklingen und Sonntag für Sonntag ssinen Dienst tun.