Körperkontakt ist nicht angesagt

Tauschten sich intensiv über den harten Sport aus: Roschi Schweizer (von links), Moderatorin Martina Gilica, Jasmin Keller und Bria Harding.

Hannover Lady Scorpions gestaltet die Sendung Plattenkiste

Langenhagen. Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am 22. Dezember zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Roschi Schweizer, Jasmin Keller und Bria Harding mit Moderatorin Martina Gilica über die Arbeit der Hannover Lady Scorpions. Die Eishockey-Damen trafen sich mit der Moderatorin live im Winterzoo Hannover und saßen gemütlich in der Scheune.
"Der schnelle Sport kam durch ihre Tante in ihr Leben", erzählt Jasmin Keller. Sie und ihre Schwester sahen ein Eishockeyspiel und waren begeistert. So stand Jasmin Keller als 5jährige schon auf Schlittschuhen. Bis sie 13 oder 14 war, spielte sie mit den Jungen - da ging es mehr zur Sache als bei der Damenmannschaft. Denn bei den Frauen ist kein Körperkontakt angesagt. "Schulter gegen Schulter" sei kein Problem, aber Bodycheck sähen die Schiedsrichter nicht so gern, erklärt sie. Auch die Eltern müssen Eishockey-Verrückte sein, denn sie fahren die Kinder zu den Spielen und zum Training und müssen ja auch die Ausrüstung beschaffen. Um so höher in den Ligen sie spielen, desto mehr kostet es: gute Schlittschuhe liegen günstigenfalls bei 400, aber eher um 750 bis 800 Euro; die gesamte Ausstattung kostet dann womöglich 1800 bis 2000 Euro. Während sich andere unterm Weihnachtsbaum über schöne Kleidung freuen, kommt bei den Eishockey-Damen weit eher ein Schläger gut an.
Bei hartem Banden-Spiel macht Roschi Schweizer durchaus mal die Augen zu, um es nicht mit ansehen zu müssen. Bria Harding kommt von der Ostküste Kanadas - dort herrschen gerade minus 33 Grad Celsius, erklärt sie heiter. Gerade die Eishockey-Damen legen viel Leidenschaft in ihren geliebten Sport, denn sie zahlen Beiträge und verdienen nichts - verglichen mit den Männern. Frauen laufen eleganter und technisch anders als Männer, ergänzt Roschi Schweizer. Auch die Stocktechnik wird anders geübt.
"Die Lady Scorpions spielen in der ersten Bundesliga, haben aber Trainingsprobleme", erläutert Roschi Schweizer. Kurz vor Saisonbeginn erfuhren sie, dass die Eishalle in Langenhagen nicht öffnet. Mit Hilfe der Bremer Weserstars führten sie dort den Spielbetrieb weiter. Das wurde auch mit der Ligenleitung besprochen, doch einige bayerische Mannschaften waren nicht bereit, diesen weiteren Weg auf sich zu nehmen und protestierten. Daraufhin wurden die Langenhagener einfach ausgeschlossen und mussten Rechtsmittel einlegen. Zähneknirschend - so Roschi Schweizer - mussten sie folglich wieder in die Liga aufgenommen werden. Zum Glück gibt es ja auch noch das Eisstadion am Pferdeturm, wo bis auf drei Spiele (die sind in Bremen) gespielt werden kann. Doch da sind die Zeiten für das Training so begrenzt, dass die Bundesliga-Damen auf die späten Mittwochabende ausweichen müssen: Sie trainieren nun ein einziges Mal in der Woche von 22.30 bis 23.30 Uhr.
Auf dem Eis vergessen sie dann aber trotz der Probleme alles andere und sind motiviert. Zwei Trainer bringen den jungen Frauen unter anderem Taktik und richtiges Laufen bei. Die langen Fahrten zu den Eishockey-Spielen gegen Vereine in Süddeutschland müssen die Lady Scorpions übrigens selbst finanzieren. Die Lotto-Stiftung Niedersachsen unterstützt sie aber, ohne das gäbe es die Lady Scorpions nicht, und dafür sind die Frauen sehr dankbar. Für 2018 wünscht sich Roschi Schweizer auch von den Verantwortlichen in Langenhagen ernsthafte Gedanken zum Weiterbetrieb der Eishalle, denn sie weiß von Interessenten, die die Halle weiterführen möchten. "Bitte denkt an all die Eishockey-Begeisterten, die es in und um Langenhagen und Hannover gibt - gebt ihnen weiterhin ein Zuhause", appelliert sie engagiert.
Zum Abschluss der Sendung wünscht Bria Harding auf Englisch allen Hörern frohe Weihnachten - "a merry, merry Christmas" über der ganzen weiten Weg von hier bis Kanada.
Von Montag bis Freitag heißt es zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen „Die Plattenkiste – Hörer machen ein Musikprogramm“. Die Sendung wird komplett von den Gästen gestaltet. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen – egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfe-Gruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de