Kommentar

Augenmaß statt Holzhammer

Ein Zitat aus Friedrich Schillers "Wallenstein" beschreibt treffend die Qualität des Hauhaltsbegleitantrages der so genannten AG Vielfalt: "Das war kein Heldenstück, Octavio!" Und in der Tat: Gut durchdacht sieht wirklich anders aus. Und verbindlich und konkret auch. Bürgermeister Mirko Heuer und sein Team wissen mit diesem Haushalt erst einmal wenig anzufangen, müssen schauen, was in den nächsten Monaten geht. Sinnvolle Sparvorschläge sind bei einer Kommunalverwaltung, die ja aus Steuergeldern finanziert wird, sicherlich im Interesse jedes Einzelnen. Aber bitte doch nicht mit der Rasenmähermethode und pauschal. Und was die Vereine angeht: Durch diverse Sperrvermerke wird viel Misstrauen gesät; die Ehrenamtlichen fühlen sich in ihrer Arbeit nicht wertgeschätzt und auf den sprichwörtlichen Schlips getreten. Das Consulting-Büro, das sich der Sache angenommen hat, bringt es auf den Punkt: Kluges Handeln statt blindem Aktionismus ist gefragt; der Vorschlag der Mehrheitsgruppe wirkt doch reichlich populistisch. Natürlich muss auch in der wohlhabendsten Kommune Niedersachsens mit den Ressourcen behutsam umgegangen werden. Dann aber mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl im Einzelfall und nicht mit der Holzhammermethode und brachialer Gewalt.

Oliver Krebs