Kommt jetzt etwa bald die Katzensteuer?

Angeregt diskutierte der Kinderrat Krähenwinkel für Fragen rund um die Ortschaft im Norden Langenhagens. (Foto: O. Krebs)
 
Interessiert hört Bürgermeister Mirko Heuer (Mitte) zu, als Antonie argumentiert. Links Hannes Milatz, der die Sutzung leitete. (Foto: O. Krebs)

Kinderrat Krähenwinkel debattierte ausführlich und kontrovers im Ratssaal

Krähenwinkel/Langenhagen (ok). Die gute Laune war Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer richtig anzusehen. Dieser Ratssitzung wohnte er weitaus lieber bei als bei den Großen alle vier Wochen am Montagabend. Und in der Tat, die Stimmung war wahrlich viel besser, die Stimmung keineswegs so aufgeheizt. Der Kinderrat der Grundschule Krähenwinkel tagte unter der Leitung des stellvertretenden Ortsbürgermeisters aus Krähenwinkel, Hannes Milatz. Zwei Klassen sind im Planspiel „Kinderrat“ in die Rolle von Ortsratsmitgliedern geschlüpft. Sie fassen ihre Ideen in Anträge, berieten über Verbesserungsvorschläge und trafen Entscheidungen, die später in die wirkliche Arbeit des Ortsrates Krähenwinkel eingehen könnten. Sie trugen ihre Argumente vor, diskutierten und stimmten ab. „So werden die Kinder an die große Politik herangeführt“, sagte Alina Schilling vom Organisator „Politik zum Anfassen“. Im Verlauf der Diskussion kristallisierten sich dann einige Politiktalente heraus, die sich fast schon geschliffen ausdruckten. Aber nicht nur einmal waren auch Floskeln wie „ich stimme zu“ oder „ich gebe Recht“ zu hören. Eben auch so wie bei den Erwachsenen. Das ist Politik live. Viele gute Ideen kamen auf den Tisch, die die Viertklässler dann ausführlich und rege diskutierten. Da ging es zum Beispiel um den Müll in der Umwelt, der unbedingt vermieden werden müsse, um Sportplatzweg und Stucken-Mühlen-Weg, die nicht verbreitert, aber von Huckeln befreit werden sollen. Und auch ein Werkraum für die Schule und zwei neue Fußballtore für den Schulhof beschlossen die insgesamt 38 Nachwuchspolitiker. „Wünsche, die wir auch in den Krähenwinkeler Ortsrat mitnehmen“, sagt Steffen Hunger, der dem Gremium angehört. Weitere Ansätze: Obdachlose sollen mit Essen unterstützt, die Mädchen und Jungen mit Tieren in der Schule Verantwortung übernehmen und sich kümmern lernen. Gleichzeitig ließen die Grundschüler aber auch nicht außer Acht, dass es Ferienzeiten und auch Allergiker gibt. Der Waldsee soll gereinigt, aber eben auch bedacht werden, dass es sich nicht um ein Premium-Schwimmbad handle. Graffitis dürfe es nicht so viel geben, dafür mehr Grün und Büsche auf dem Schulhof. Abgelehnt haben die Mädchen und Jungen das Projekt „Bargeldloses Zahlen“, mit Geld in der Tasche sei vieles eben doch einfacher. Für eine straffe Sitzung sorgte auch Hannes Milatz, der ab und zu anmahnte, „nicht dazwischenzureden“. Der stellvertretende Ortsbürgermeister war über zwei Beschlüsse sicherlich auch so verblüfft wie einige der Zuhörer. Wollten die Kinder selbst doch gar keine Mitbestimmungsrechte an der Schule, weil das nur zusätzliches Chaos produziere. Und: Katzen sollen in Zukunft besteuert werden, Hunde dagegen nicht mehr. Ob Bürgermeister Mirko Heuer diesen Vorschlag mit in den Rat der Stadt Langenhagen nimmt, ließ der Verwaltungschef mal dahingestellt. Für Steffen Hunger eine anregende und spannende Debatte. „Bei der Atmosphäre bleibe ich auch gern mal drei Stunden“, konnte sich der Christdemokrat einen kleinen Seitenhieb auf die ausufernden Sitzungen der großen Hobbypolitiker mit vielen Worthülsen und -wiederholungen dann doch nicht verkneifen.