Kompetent, streng und gerecht

1957 verließen sie die Schule. In der Bildmitte vorn die ehemalige Klassenlehrererin Marianne Humpe und „Junglehrer“ Otto Wenzel. Foto: E. A. Nebig

Auch die einstigen Lehrer kamen zum Klassentreffen

Langenhagen (ne).1957 verließ je ein Klassenverband von Jungen und Mädchen die damalige Volkschule I, die heutige Hermann-Löns-Schule. Wie der Namensgeber der Schule schrieb auch ihr damaliger Rektor Georg Stölzer Gedicht; das ECHO hat sie häufig veröffentlicht. Bis 1955 hatte er die Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1942/43 noch gemeinsam unterrichten lassen, um sie dann „als schlichte moralische Maßnahme“ zu trennen. Diese Anweisung kam allerdings nicht von ihm, sondern von ganz ganz oben. Dennoch fühlten sich die Jugendlichen seinerzeit nach wie vor zusammengehörig, auch nach der Schulentlassung. Das zeigte sich auch wieder, als Gisela Türk, geborene Ehlers, und Wolfgang Schütte sich vor einigen Jahren daran machten, die in alle Winde zerstreuten Mitschülerinnen und -schüler für ein Klassentreffen ausfindig zu machen. Und es gelang den beiden, 20 Jahre nach dem letzten Schultag nahezu alle aufzuspüren, wobei sie auch feststellen mussten, dass einige bereits verstorben waren.
So kam es 1997 zu einem ersten Klassentreffen, bei dem beschlossen wurde, sich alle fünf Jahre wieder zu versammeln. Das wurde bis 2007 eingehalten und dann beschlossen: „In drei Jahren treffen wir uns wieder.“ In der vergangenen Woche war es soweit, man traf sich zum achten Mal nach der Schulentlassung im SCL-Clubheim. Wieder mit dabei waren neben den ehemaligen Schülerinnen und Schülern auch die mittlerweile hochbetagten Lehrkräfte von damals: Klassenlehrin Marianne Humpe (89) und „Junglehrer“ Otto Wenzel (83). 36 Jahre lang unterrichtete Marianne Humpe etliche Generationen von Mädchen und Jungen und baute als Pensionärin gemeinsam mit Walter Bode das Stadtarchiv auf. Wie sie sind fast alle ihrer ehemaligen Schützlinge heute im Rentenalter.
Kompetent, streng und gerecht sei Marianne Humpe gewesen, und man habe sehr viel bei ihr gelernt, hieß es jetzt übereinstimmend über die einstige Klassenlehrerin. Fotoalben gingen herum, und immer wieder wurde über die Jugend- und Schulzeit gesprochen. Die Auswärtigen hatten darüber hinaus noch viele weitere Fragen rund um Langenhagen, denn in den vergangenen drei Jahren hat sich für sie die Stadt ihrer Kinder- und Jugendjahre wiederum sichtbar verändert.