Konkrete Ideen für IKEP-“Wundertüte“

Noch stehen die Container leer; schon im Sommer sollen auf dem IKEP in Kaltenwéide viele Aktionen laufen. (Foto: O. Krebs)

Arbeiterwohlfahrt plant in Kaltenweide Werkstattprojekte für Kinder und Jugendliche

Kaltenweide (ok). „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“: Das Stichwort trifft in diesem Fall den Nagel auf den Kopf. Das Kreisjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat eine Containeranlage mit einer Fläche von 127 Quadratmetern aus Hildesheim umsonst bekommen. Bedingung: innerhalb von vier Wochen abbauen. Ein neuer Standort musste also her. Da half Ulrich Witt der Kontakt zu Karl-Heinz Dahlke, lange Zeit Organisator der Feriencamps in Schulenburg. Die Idee: der Interkulturelle Erlebnispark (IKEP) in Kaltenweide. Dort stehen die Container mit Sanitäranlage jetzt und warten darauf, dass sie mit Leben gefüllt. „Wir mussten das Pferd von hinten aufzäumen, normalerweise steht erst das pädagogische Konzept an“, gibt Ulrich Witt zu. Das stellte er jetzt in groben Zügen bei der Sitzung des Vereins Bürger für Kaltenweide (BfK), bei der auch fast der komplette Ortsrat erschienen war. Die Baugenehmigung liegt bereits, das pädagogische Konzept muss noch detailliert mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden. Ganz wichtig: Die Kinder sollen in die Planungen mit einbezogen werden. „Kinder wollen etwas ausprobieren. Sie mögen keine Verpflichtung à la Stundenplan“, weiß Ulrich Witt und sieht den Ansatz für die Wochenend- und Ferienbetreuung daher in konkreten Werkstattprojekten wie etwa ein Graffiti-Projekt, BMX-Fahrradparcours oder auch Modellflugzeugbau. Auch was die Mädchenarbeit angehe, verfüge das Kreisjugendwerk über jede Menge Erfahrung. Ulrich Witt hofft auf viele Ideen, Unterstützer und Manpower – gern auch aus der Kaltenweider Bevölkerung. „Jeder, egal, mit welchen Fähigkeiten und Fertigkeiten, ist willkommen“, sagt Ulrich Witt Denn: „Nichts ist ätzender als Räume, die leerstehen.“ Das Geschenk sei wie eine „Wundertüte“ – jetzt müsssen Strukturen folgen. Witt setzt darauf, dass ihm Sponsoren finanziell unter die Arme greifen, will die Stadt in den nächsten beiden Jahren aber in Sachen Personalkosten nicht in Anspruch nehmen. Der Zeitplan steht; die Betreuung in den Sommerferien ist nach Aussage Witts gesichert. Und auch an den Wochenenden soll es Programm für etwa 15 bis 40 Kinder und Jugendliche geben. Eine Anschubfinanzierung von 5.000 Euro gab es bereits vom Kaltenweider Ortsrat, allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Witt rechnet mit Kosten von 5.500 bis 8.000 Euro für den laufenden Betrieb und mit Investitionskosten von insgesamt 65.000 bis 70.000 Euro, von denen 32.000 Euro schon angelegt worden seien. Strom gebe es, das Frischwasser sei angeschlossen, jetzt müsse noch fürs Abwasser gebuddelt werden. Langweilig wird Ulrich Witt und seinem Petro Podolskiy – der Sozialarbeiter in Anerkennung betreut das Projekt schwerpunktmäßig – in den nächsten Monaten bestimmt nicht werden. Ulrich Witt will alle Interessierten mit ins Boot nehmen; vor der nächsten Ortsratssitzung am Dienstag, 7. Februar, soll es einen Besichtigungstermin vor Ort geben.