Kostenschrauben finden

Kostenoptimiert soll die Lagenhagener Tafel arbeiten: Joachim Schorlies ist Vorsitzender des Vereins. (Foto: G. Gosewisch)

Genaue Arbeit für die Tafel von Joachim Schorlies

Langenhagen (gg). Dass es eine so genannte wachsende Armut gibt, davon ist Joachim Schorlies, erster Vorsitzender der Langenhagener Tafel, überzeugt. „Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander“, sagt er und zeigt damit auch die Motivation für sein Engagement auf, denn die Tafel tut etwas dagegen. Der Verein holt Lebensmittel aus Geschäften, von Großmärkten und aus großen Firmen ab und verteilt sie unentgeltlich an soziale und karitative Einrichtungen sowie an Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben. Die Tafel möchte eine Brücke bauen zwischen den Menschen, die Hilfe bei der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln benötigen und denen, die etwas übrig haben. Durch die Weitergabe von Nahrungsmitteln, die so nicht mehr in den Handel kommen, soll der sinnlosen Vernichtung von Lebensmitteln in Zeiten wachsender Armut entgegenwirkt werden. Schorlies sieht die Perspektive, erlebt immer wieder, dass Menschen über die Lebensmittelhilfe schwierige finanzielle Lebenslagen überbrücken können und sich Möglichkeiten ergeben, daraus auch wieder herauszukommen. So sollte es laufen.
Es gibt Strukturen bei der Verteilung der Lebensmittel. An den 13 Stationen, die von der Tafel angefahren werden, darunter die Kirchengemeinden, AWO- und DRK-Stationen, können sich Personen melden, die die Lebensmittelhilfe in Anspruch nehmen möchten. Sie weisen wöchentlich über ihre Papiere ihre so genannte Bedürftigkeit nach, das sind Netto-Einkommen-Bemessungsgrenzen. Entsprechend der Anzahl der Anmeldungen je Station, werden Tüten mit gemischten Lebensmitteln geliefert. 1,5 Tonnen Lebensmittel werden so pro Woche von 60 ehrenamtlichen Mitarbeitern der Tafel verteilt.
„Die Tafel ist verlässlich und bringt Ordnung“, sagt Schorlies. So ist es in der Vergangenheit schon einmal vorgekommen, dass es vor Unterkünften von Asylsuchenden zur Selbstbedienung aus dem Wagen gekommen ist, in einem kleinen Chaos wurden die Autotüren aufgerissen. „Das dulden wir natürlich nicht. Inzwischen stehen alle in der Reihe und die Ausgabe läuft geordnet“, erklärt Schorlies. Er hat neben den Arbeitsabläufen bei der Verteilung, bei der Einteilung der Routen, Fahrer und vieles mehr auch interne organisatorische Abläufe im Kopf, will optimieren. Kostenschrauben findet er immer wieder. Im Moment verhandelt er andere Konditionen für die Müllentsorgung. „Ich kann nicht anders, ich bin es gewohnt, aktiv zu sein. Zudem ist es selbstverständlich oberste Pflicht, dass wir mit den Spendengelden, die wir bekommen, sehr sorgfältig umgehen“, sagt er zu seiner Vollzeittätigkeit mit 67 Jahren. Immer arbeiten - das sei schon immer so gewesen, früher im Beruf wie nun ehrenamtlich. Im Bürgerverein, beim Behindertensport, als Schiedsmann und vieles mehr kennt man ihn und seine gemeinnützigen Verdienste, die neben der Arbeit für die Tafel weiterlaufen.