Kranzniederlegung am Ehrenmal

Kranzniederlegung am Ehrenmal vor der Elisabethkirche. (Foto: D. Lange)

Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Langenhagen (dl). Am Vorabend des ersten Weltkriegs beschlich den damaligen britischen Außenminister Edward Grey eine dunkle Vorahnung: „In ganz Europa gehen bald die Lichter aus“. Er sollte Recht behalten. Der erste „totale Krieg in der Geschichte der Menschheit“ dauerte vier lange Jahre und forderte über 15 Millionen Opfer. Dieser erste Weltkrieg, von dem man seinerzeit noch nicht wusste, dass man ihn einmal nummerieren würde, legte im Jahr 1917 zugleich den Grundstein für Lenins Aufstieg zur Macht, verbunden mit der Errichtung der Sowietdiktatur. Und auch Hitler und der zweite Weltkrieg wären ohne die blutigen Auseinandersetzungen von 1914 bis 1918 zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn auf der einen Seite sowie England, Frankreich und Russland auf der anderen nicht denkbar. „Der Krieg kennt keine Sieger, keine Helden, sondern er hinterlässt nur den Tod und traumatisierte, um ihre Jugend gebrachte junge Männer und Frauen“, schrieb Erich Maria Remarque in seinem Weltbestseller „Im Westen nichts Neues“. Remarque beschreibt darin das mörderische Gemetzel vor hundert Jahren auf den Schlachtfeldern der Westfront im Ersten Weltkrieg. Verdun steht geradezu sinnbildlich für ein hunderttausendfaches, völlig sinnloses Abschlachten auf beiden Seiten. Hat die Menschheit aus den beiden „Ur-Katastrophen des 20. Jahrhunderts“ also gelernt und ist die Welt seitdem friedlicher geworden? Zweifel sind angebracht. Nach 1945 folgte nur wenige Jahre später der Krieg in Korea, danach in Vietnam, in Afghanistan und anderswo auf der Welt. Mit Nordirland und Jugoslawien auch im sonst so friedlichen Europa. Während des kalten Krieges setzte ein beispielloses atomares Wettrüsten ein, das uns zwar das „Gleichgewicht des Schreckens“ bescherte, die Welt aber dennoch- oder gerade deswegen?- einige Male an den Abgrund führte. Der Volkstrauertag als Mahnung und Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkrieges wird in Deutschland seit 1926 begangen. Später machten ihn die Nazis zum sogenannten Heldengedenktag und haben ihn damit, für ihre Zwecke und verbrecherische Ideologie missbraucht und instrumentalisiert. Seit 1952 erinnert der Volkstrauertag am vorletzten Sonntag vor dem ersten Advent an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft überall auf der Welt. Man kann nun darüber streiten, ob ein staatlich verordneter Trauertag in unserer individualistisch geprägten Gesellschaft noch zeitgemäß ist oder nicht. Mit Blick auf die heutige, aktuelle politische Situation, mit all den damit verbundenen gesellschaftlichen, politischen und religiösen Verwerfungen und im Wissen um die Vergangenheit stellt sich diese Frage nicht. Längst wieder werden junge Menschen verführt und sinnlos für irgendeine mörderische, verquere und fragwürdige Ideologie geopfert und in einen Krieg geschickt, der nicht der ihre ist. Sei es im Hinblick auf imperialistische Großmachtsphantasien oder für einen islamistisch motivierten, menschenverachtenden, sogenannten „Heiligen Krieg“. Am Ehrenmal für die Opfer beider Weltkriege legten Bürgermeister Heuer, Roswita Falkenberg (zweite Vorsitzende des DRK-Ortsvereins) und der Oberbootsmann der Reserve, Bernd Schaumann als Vertreter des Reservistenverbands Langenhagen, Kränze nieder. Dem Anlass entsprechend musikalisch begleitet von einer kleinen Abordnung des Langenhagener Blasorchesters.