Kranzniederlegung am Mahnmal

Die stellvertretenden Bürgermeister Willi Minne und Ulrike Jagau legten Blumen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Rathaushof nieder. (Foto: G. Gosewisch)

Hochzeitsgesellschaft störte Gedenkstunde

Langenhagen (gg). Die symbolische Kranzniederlegung am 1. September zur Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus führt die Stadtverwaltung jährlich auf dem Rathaushof am Mahnmal durch. Im Jahr 1939 begann an diesem Tag der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen. Willi Minne, stellvertretender Bürgermeister, drückte sein Mitgefühl aus, er sagte: „Ich war erst drei Jahre alt, zu der Zeit, dennoch empfinde ich tiefe Scham für jene, die Leid durch die NS-Zeit erfahren haben“. Die Ratsmitglieder Ulrike Jagau (stellvertretende Bürgermeisterin), Gudrun Mennecke, Gesine Saft, Dieter Galas, Bernhard Döhner, Reinhard Grabowsky und Gabriele Spier legten Rosen nieder; ebenso Waltraud Krückeberg (Ehrenbürgerin Langenhagens) und Ulrich Weyel (Ortsratsmitglied). Seitens der Stadtverwaltung nahmen Boris Ehrhardt und Juliane Stahl an der Gedenkstunde teil. Willi Minne betonte, dass „Strategien für Verständigung hohe Aufmerksamkeit erfordern“ und „Es liegt an uns, dem Frieden seine Denkmäler zu verschaffen“.
Die Bedeutung der Kranzniederlegung wurde deutlich, die Zeremonie musikalisch eingerahmt von einer Abordnung des Langenhagener Blasorchesters mit Gero Kretschmer (Trompete), Harald Sandmann (Tuba), Michael Bautz (Posaune) und Iris Beiler (Waldhorn). Angesichts des in sich gelungenen Ablaufs war für alle Teilnehmer verstörend und bizarr, dass auf der anderen Seite des Platzes, in kaum 20 Meter Entfernung, eine Hochzeitsgesellschaft ausgelassen die Sektkorken knallen lies. Willi Minne hatte vor Beginn der Gedenkstunde die Beteiligten dort angesprochen und um Rücksicht und Stille für den Verlauf der Kranzniederlegung gebeten – leider ohne Erfolg.