Kreisel und Abhängung sind vom Tisch

Walsroder und Wagenzeller Straße bleiben hier zunächst wie sie sind: Kreisel und Abhängung kommen nicht.Foto: O.Krebs

Rot-Grün kippt umstrittenes Projekt an der Walsroder Straße/Kosten haben sich verdoppelt

Langenhagen (ok). Die Genossen im Rat der Stadt Langenhagen ziehen zuammen mit den Grünen die Notbremse; Kreisel und Abhängung an der Walsroder Straße sind vom Tisch. Jahrelang hat dieses Thema Politik, Verwaltung und auch Anwohnerinnen und Anwohner beschäftigt, Unterschriftensammlungen gegen Kreisel und Abhängung sind bereits gelaufen. SPD-Fraktionschef Marc Köhler war ein starker Befürworter des Projekts, musste dafür jede Menge verbale Nackenschläge einstecken, unter anderem auch von Galerist Hargen Depelmann, der direkt an der Kreuzung Walsroder Straße/Heinrich-Hagemann-Allee wohnt. Doch nun ist auch für ihn auch das Ende der Fahnenstange erreicht, der Schluck aus der Pulle ist einfach zu groß. Nach Informationen des ECHO sollen die Kosten explodiert: Sind nach den ursprünglichen Schätzungen – die ersten stammen aus dem Jahre 1999 – 600.000 Euro veranschlagt worden, so belaufen sich die Kosten aktuell auf rund 1,3 Millionen Euro. Für Marc Köhler und seine Fraktionskolleginnen und -kollegen einfach zu viel. Ebenso für die Grünen um deren Fraktionschef Dirk Musfeldt. "Das Ziel der Verkehrssicherheit bleibt zwar bestehen, angesichts der hundertprozentigen Kostensteigerung müssen wir uns über Alternativen Gedanken machen", sagt der erfahrene Kommunalpolitiker. Auch Mirko Heuer, der ab 1. November das Amt des Bürgermeisters antritt, ist über die Entscheidung froh, das Projekt im Norden Langenhagens nicht mehr weiterzuverfolgen und die Ausschreibung nicht anzuschieben. Aus seiner Sicht gibt es wichtigere Themen, die angegangen werden müssen, etwa auf dem Sektor Schulsanierung. „Wir haben ganz andere offene Baustellen“, so Heuer, der aber auf jeden Fall den Geh- und Radweg entlang der Heinrich-Hagemann-Allee realisieren möchte. „Der ist dringend notwendig.“ Die Stadt muss in den nächsten Jahren mit weniger Gewerbesteuereinnahmen als ursprünglich geplant rechnen. Nach Informationen des ECHO soll jetzt ein Vollausbau nötig sein, ein Teilausbau käme wohl nicht mehr in Frage. Ein möglicher Grund für die Kostenexplosion. Da es sich um eine Landes- und Regionsstraße handelt, übernimmt die Stadt Langenhagen mit dem Bau eine freiwillige Leistung. Für den Landtagsabgeordneten Marco Brunotte ist wichtig, dass das Vorhaben nicht weiter durch den Rat verfolgt wird, das sei auch nicht darstell- und vermittelbar. Eine politische Bewertung sei erfolgt und wenn die Kosten aus dem Ruder liefen, könne auch „der Stecker gezogen“ werden. Gerade sein Besuch in der Hermann-Löns-Schule am Montag habe ihm noch einmal aufgezeigt, dass die Prioritäten bei der Sanierung der Schulen gesetzt werden müssen. Zumal an der Walsroder Straße in Sachen Kreisel und Abhängung eine grundlegende Sanierung nötig gewesen sei. Jetzt müsse intensiv über Alternativen an der Stelle nachgedacht werden.