Kriminalität unter Jugendlichen

Andreas Alder (links) und Rüdiger Vieglahn präsentierten die auf Jugendliche zugeschnittene, tatortbezogene Kriminalstatistik. (Foto: G. Gosewisch)

Polizei erstellt Statistik und ordnet ein

Langenhagen (gg). Zur Einordnung der Kriminalität und der Gefährdung von Jugendlichen erstellte der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes im hiesigen Kommissariat, Rüdiger Vieglahn, nun eine Statistik, die er nun dem sogenannten Präventionsbereich präsentierte. So waren Vertreter des Jugendamtes, des Präventionsrates, der Schulen und der Johanniter versammelt, konnten sich über die Zahlen einen Überblick verschaffen und gezielt Fragen stellen. Wichtig sei, immer die Relation der Zahlen im Blick zu behalten, so der Hinweis von Rüdiger Vieglahn vorab. Im Jahr 2015 verzeichnete das hiesige Kommissariat insgesamt rund 2.200 Straftaten (verteilt über alle Altersbereich), davon sind 158 Straftaten (7,1 Prozent) von Minderjährigen (bis 18 Jahre) begangen worden. Minderjährige stellen aber einen Bevölkerungsanteil von 17 Prozent. Wichtig zu wissen sei, dass tatortbezogen gezählt wird, nicht wohnortbezogen. Wie viele Jugendliche beispielsweise nach Hannover fahren und dort straffällig werden, wird in dieser Statistik nicht erfasst. Seitens der städtischen Jugendgerichtshilfe wird eben diese wohnortbezogene Statistik geführt. Anwesende städtische Mitarbeiter bestätigten, dass diese Zahl zwar abweiche, aber sich im selben Bereich bewege. Als außerordentlich niedrig sei die Zahl der Straftaten zu bewegen. Rüdiger Vieglahn sagte: „Wenn wir dieses Level halten, können wir zufrieden sein. Die Anstrengungen in der Prävention werden aufrechterhalten.“ 463 Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen, Raub, räuberische Erpressung, Bedrohung oder Nötigung sind in Langenhagen zur Anzeige gebracht worden. Davon sind nur 21 den Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und nur 16 den Kindern (bis 14 Jahre) zuzuschreiben. Im sogenannten Schulkontext gab es im Jahr 2015 zehn Körperverletzungen, sechs Diebstähle und eine Sachbeschädigung, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurden. Sechs Jugendliche und ein Kind wurden mit Canabis erwischt. Kommissariatsleiter Andreas Alder meldete, dass es einen erfreulichen Rückgang der „Tatverdächtigen unter Alkoholeinfluss“ gibt. Bereits erfolgreich gelaufen sei an der Brinker Schule ein Präventions-Projekt, bei dem ein geläuterter Partygänger Schülern seine persönlichen Erfahrungen schildert. „In jugendgerechter Sprache, so wie die Polizei es gar nicht aussprechen darf“, sagt Andreas Alder. Unter der Botschaft „Gewalt ist nicht cool“ werde den Schülern anhand der persönlichen Opfergeschichte, einer spastischen Schwerbehinderung nach einem Schlag an die Schläfe, deutlich, was in Prügeleien angerichtet werden kann. Dieses Präventions-Projekt soll weiteren Schulen angeboten werden.