KSG wirbt für Bürgerbeteiligung

Die Menschen hinter win (von links): Siegfried Volker, Beisitzer, Karl Heinz Range, erster Vorsitzender und KSG-Geschäftsführer, Claudia Koch, Quartiersmanagerin, Ulrich Schmersow, zweiter Vorsitzender und Mitglied des KSG-Aufsichtsrats. (Foto: D. Lange)

Neuer Verein "Wohnen in Nachbarschaften" in Wiesenau

Langenhagen (dl). Bis noch vor wenigen Jahren galt Wiesenau als ein in die Jahre gekommenes, schmuddeliges Anhängsel von Langenhagen von eher zweifelhaftem Ruf. Alte Mietshäuser, über die die Zeit hinweggegangen ist, mit viel zu kleinen, nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen prägten das Bild des Quartiers in der allgemeinen Wahrnehmung. Seitdem aber nach und nach die alten Häuser abgerissen wurden zugunsten neuer Wohnhäuser mit hellen, barrierefreien Wohnungen und energetisch auf dem neuesten Stand, hat sich viel verändert im Stadtviertel. In Kürze startet der nächste Bauabschnitt in der Freiligrathstraße. Eine neue Mitte ist bereits entstanden mit einem großen, inklusiven Kinderspielplatz und dem Quartierstreff. Viele der bisherigen Bewohner haben den Wandel mitgemacht und sind geblieben und auch für Nicht-Langenhagener wird das Wohnen in Wiesenau zunehmend attraktiv. Einen großen Anteil daran hat ohne Zweifel die kontinuierliche und engagierte Arbeit des von der KSG vor zwei Jahren eingerichteten Quartierstreffs in der Freiligrathstraße/Ecke Liebigstraße, der den südlichsten Stadtteil, auch dank der rührigen Quartiersmanagerin Claudia Koch, mehr und mehr auf die Landkarte und in das Bewusstsein der Langenhagener bringt. So sieht Koch das Wohnviertel Wiesenau konsequenterweise auch nicht als Stadtteil von Langenhagen, sondern vielmehr als der Kernstadt zugehörig. Für Menschen, die sich für ihr Wohnquartier interessieren und es mitgestalten möchten, entstand im Dezember 2015 ein gemeinnütziger Verein mit dem Namen sowie dem gleichermaßen programmatischen Motto: „win e.V. - Wohnen in Nachbarschaften“. Der KSG als Träger des Vereins geht es dabei um die Stärkung des Nachbarschafts-Gedankens und damit des sozialen Zusammenhalts im Viertel. „Wir sehen win e.V. inhaltlich als eine Form der Sozialarbeit in Wiesenau an, analog zu der Arbeit im Quartierstreff. Das funktioniert über die Vereinsstrukturen erfahrungsgemäß besser als innerhalb eines großen Betriebes wie der KSG“, meint der Geschäftsführer der KSG und gleichzeitige 1. Vorsitzende des Vereins, Karl-Heinz Range. Darüber hinaus sollen Freiflächen für die Bewohner nutzbar gemacht und sogenannte „dritte Orte“ geschaffen werden, wo sich die Menschen treffen und austauschen können. Gemeint sind damit Orte der Kommunikation, wie früher die „Tante-Emma-Läden“ oder die Eckkneipe. Eine Funktion, die heute dem Quartierstreff zukommt. Und es geht um Netzwerke. So gibt es Verbindungen des Quartierstreffs zum Familienzentrum Emma & Paul, zur Wiesenauer Mitte der GBA vis à vis des Treffs sowie zu weiteren Einrichtungen. Themen für die Arbeit von
win dagegen gibt es genug. Nach wie vor fehlt eine medizinische Versorgung im Quartier, demzufolge gibt es auch keine Apotheke. Weitere Problemfelder ergeben sich in Sachen Sicherheit auf den Straßen, insbesondere vor dem Spielplatz, die Nutzung desselben aufgrund der von ihm ausgehenden Geräusche, die Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge, aber auch der nicht in allen Fällen zufriedenstellende Umgang mit Müll wird immer mal wieder zum Thema. Die Internetseite von win e.V. ist zur Zeit noch in Arbeit und wird im Oktober online gehen. Am 16. Oktober startet ein Herbstfest in Wiesenau, aber zuvor wird es noch eine gemeinsame Kunstaktion zum Mitmachen geben.