Küsschen sind manchmal tabu

Stefan Piro (Mitte) hat den Hortkindern mit Erzieher Henning Lübbes und Sozialassistentin Sabine Paul viele Impulse gegeben. (Foto: G. Gosewisch)

Stadtverwaltung teilfinanziert Training im Hort

Langenhagen (gg). Es geht um Selbstbehauptung, Sicherheit, Selbsterfahrung und Körperwahrnehmung – mit dem im Hort Elisabeth durchgeführten Sicherheitstraining haben 16 Grundschüler zusammen einiges gelernt. Auf Anregung ihres Erziehers Henning Lübbers und mit Unterstützung von Tabea Pipenbrink, Leiterin der Einrichtung, machte der Diplom-Pädagoge Stefan Piro mit den Kindern Rollenspiele, Aufklärung und Wahrnehmungsübungen. Geschult werden sollte ein gewaltfreier und besonnener Umgang mit Mobbing in der Schule, mit Konflikten und Angstsituationen. Ziel war es, die Kinder mit der Fähigkeit auszurüsten, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen und durch überlegtes Handeln ihren Teil zur Verhinderung von Gewalt zu leisten – ein hoher Anspruch. „Mit Stefan Piro haben wir einen Trainer, der viel Fachwissen mitbringt“, weiß Lübbers aus Erfahung. So arbeitet Piro neben seiner Selbstständigkeit auch am Winnicott Institut, das der Universität Hannover zugeordnet ist und das als Kernkompetenz-Zentrum für Jugendpsychologie gilt. Die Methoden, die Piro anwendet, seien in Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelt worden, so die Information an die Eltern vorab. „Im Elternabend hatten wir großen Zuspruch für das Training. Stefan Piro hat anschaulich überzeugt“, bestätigt Pipenbrink und schmunzelt über Beispiele. So habe Piro den Eltern klar gemacht, dass Kinder auch manche Begrüßungsküsschen von „Tantchen oder Onkelchen“, üblich bei Zusammenkünften von Erwachsenen, als äußerst unangenehm empfinden und ein Recht haben, diese zu verweigern.
„Früh übt sich, was gesellschaftliches Miteinander angeht“, kommentiert Anne Kirchenbüchler zum Training. Mit Überzeugung habe sie als Gleichstellungsbeauftragte für einen Teil der Kosten die Förderung genehmigt. 160 Euro steuert die Stadtverwaltung bei, so dass pro Kind ein reduzierter Beitrag für die Teilnahme von 12 Euro erhoben wurde.
Henning Lübbers ist gespannt auf die folgenden Reaktionen der Kinder. Zusammen mit der Sozialassistentin Sabine Paul, die die Hortkinder ebenfalls betreut, will er Spielsituationen beobachten: „Werte wie Respekt und Vertrauen sind die Basis unserer Arbeit.“