Kulturring zieht in die Kirche um

Detlef Euscher betonte, dass die Verträge mit den Künstlern langfristig abgeschlossen würden. (Foto: D. Lange)

DGH Godshorn kann quasi über Nacht belegt werden

Godshorn (dl). Es war offiziell keine Ortsratssitzung, sondern vielmehr eine Informationsveranstaltung aus Anlass der angekündigten Unterbringung von Kriegsflüchtlingen im Dorfgemeinschaftshaus, zu der der Ortsrat die Godshorner Bürgerinnen und Bürger kurzfristig eingeladen hatte. Das Thema drängt sich auf, und es bewegt die Menschen. Demzufolge nutzten sehr viele von ihnen die Möglichkeit, darüber zu diskutieren und sich ein Bild zu machen über den aktuellen Stand der Dinge. Nachdem das Land inzwischen dazu übergegangen ist, aus der Not heraus den Städten und Gemeinden die Flüchtlinge kurzfristig zuzuteilen, könnte auch das Godshorner Dorfgemeinschaftshaus quasi über Nacht mit rund 35 überwiegend syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen belegt werden. Aus diesem Grund verhängte die Stadt vor geraumer Zeit bereits ein Annahmeverbot für private Veranstaltungen in den Dorfgemeinschaftshäusern, was für sich allein schon für Zündstoff sorgte. Vor allem an der Art und Weise, wie diese Maßnahme von der Stadt nicht kommuniziert worden sei, entzündete sich der Unmut von Ortsbürgermeister Willi Minne, dem Auskünfte darüber im Rathaus verweigert worden seien. Auch dass Mitarbeiter der Verwaltung vor Ort waren, um das DGH auf seine Eignung für die Unterbringung der Flüchtlinge zu überprüfen, erfuhr Minne erst im Nachhinein, als Bürger ihn darauf angesprochen hätten. Langenhagens Bürgermeister Heuer nahm die Kritik auf und konnte die Wogen der Empörung einigermaßen glätten, verwies aber auch auf die Anspannung und den Zeitdruck, dem die Verwaltung in dieser Sache derzeit ausgesetzt ist. Hinsichtlich der kurzfristigen Belegung mit Flüchtlingen im DGH machte Heuer die Probleme deutlich, die sich aufgrund sich täglich ändernder Sachlagen ergeben. „Die Belegung des DGH entspricht einer absoluten Notlage in einer Situation, die für die Kommunen nicht mehr planbar ist. Wir bereiten uns dennoch so gut wie möglich auf die Situation vor. Wenn es soweit ist, werden wir den Menschen einen Dusch- und Waschcontainer zur Verfügung stellen, die wir für solche Fälle als Reserve vorhalten. Umbaumaßnahmen wird es keine geben und auch keine Massenunterkünfte.“ Heuer muss an diesem Abend viel erklären, damit die Stimmung nicht kippt und vergisst nebenbei auch nicht zu erwähnen, dass die Containerpreise ganz im marktwirtschaftlichen Sinne von Angebot und Nachfrage mittlerweile in schwindelerregende Höhen geschossen sind. Für den Kulturring zeichnet sich hingegen eine pragmatische Lösung ab für die fünf Veranstaltungen, die in diesem Jahr noch eingeplant und zum Teil auch ausverkauft sind. Sollte eine kurzfristig angesetzte Belegung bevorstehen, die mit einer der Veranstaltungen kollidiert, wird für die Flüchtlinge eines der anderen Dorfgemeinschaftshäuser in den Ortsteilen ausgewählt. Heuer stellte dem Kulturring für diesen Fall eine logistische Hilfe der Stadt in Aussicht. Das gelte entsprechend auch für den Fall von eventuell zu zahlenden Konventionalstrafen. Im kommenden Jahr wird der Kulturring, ob vorübergehend oder dauerhaft, steht noch nicht fest, seinen Spielort in das Gemeindehaus der Kirche Zum Guten Hirten verlegen. „Die Verträge mit den Künstlern werden langfristig abgeschlossen und beinhalten selbstverständlich auch den Spielort mit seinen jeweiligen Gegebenheiten. Das lässt sich kurzfristig nicht so ohne weiteres ändern, zumal wenn die Karten bereits verkauft sind“, betonte Detlef Euscher, Vorsitzender des Kulturrings.