Kunst als Brücke zwischen Kultur und sozialem Engagement

Die künstlerische Bandbreite war bei der Auktion sehr groß.Foto: D. Lange

30.000 Euro bei Kunstauktion in der Galerie Depelmann

Langenhagen (dl). Die zweite Benefiz-Kunstauktion in der Galerie Depelmann zugunsten der Ricarda und Udo Niedergerke-Stiftung endete mit einem Gesamtergebnis von etwa 30 000 Euro. Der Erlös, der sich durch mögliche Nachverkäufe bis zum 2. November in der Galerie noch durchaus erhöhen könnte, geht ohne Abzug direkt an die Stiftung, die damit in Not geratene Menschen in der Region Hannover unterstützt, insbesondere von Armut bedrohte Menschen und Flüchtlinge, die aus den Kriegs- und Krisengebieten ihrer Heimat geflohen sind. Unter anderem wird damit ferner das in Kooperation mit der Caritas und von der Leibniz-Universität wissenschaftlich begleitete Projekt „Raphaelo“ unterstützt. Doris Schröder-Köpf, die niedersächsiche Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, würdigte das Engagement der Stiftung und appellierte an die rund 200 Bieter, eine „Brücke zu schlagen zwischen Kultur und sozialem Leben“. Sie selbst ersteigerte das letzte Objekt der Auktion, den ein mal zwei Meter großen Fotoabzug „Ray und Charles Eames auf dem Motorrad“, der ihr schon zu Beginn ins Auge gefallen war. Zahlreiche der 75 aufgerufenen und von Freunden und Förderern für die Auktion zugunsten der Stiftung zur Verfügung gestellten Objekte wurden zum Hammer-Preis ohne Aufschläge versteigert. Auch von Künstlern selbst gestiftete Objekte des Bildhauers Karlheinz Oswald und des Malers Siegfried Zademack kamen bei der Auktion zum Aufruf. „Insgesamt ein gutes Ergebnis und wir haben ja auch noch den Nachverkauf“, ist Hargen Depelmann zufrieden, der seine Galerieräume für die Auktion zur Verfügung stellte. Dank des Auktionators Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums Hannover, der mit Witz und Esprit die Auktion ebenso beredt wie spannend und kenntnisreich leitete, entspann sich nach verhaltenem Beginn schon bald ein erstes „Bietergefecht“ um ein Bild von Otto Dix, „Kind mit Lupinen“ eine Farblithografie des Künstlers von 1960. Der Hammer fiel schließlich bei 950 Euro, und das bei einem Startpreis von 80 Euro. Die Bandbreite der eingereichten Kunstwerke reichte von einer überaus wertvollen Festtagsikone auf Holz um 1800 und einer Radierung als Probedruck aus dem Jahr 1914 von Lovis Corinth über Grafiken von Max Bill, Arbeiten von Pablo Picasso, Joan Mirò, HAP Grieshaber oder Renè Magritte bis zu Werken zeitgenössischer Künstler wie Wolfgang Tiemann oder Erich Wegner, einem Vertreter der neuen hannoverschen Sachlichkeit. Langenhagens Bürgermeister Fischer ersteigerte zwei Original-Farblithografien des Spaniers Joan Mirò, die künftig das Rathaus schmücken werden.
„Heute spielten die klassischen Namen eine Rolle“, ist sich Ulrich Krempel sicher. „Die künstlerische Bandbreite war erfreulich groß. Es waren klassische Namen dabei, aber auch junge Künstler. Schade nur, dass ein Künstler wie Bernhard Schultze oder auch Erich Wegner, der in seinen Arbeiten deutlich Stellung bezog zum gesellschaftlichen Leben in den 20er Jahren, leider zu wenig Beachtung fand. Aber wen vielleicht das schlechte Gewissen plagt, weil er heute nicht mitgeboten hat, der kann dies ja noch bis zum 2. November im Galerie-Nachverkauf nachholen."