Kunst gegen Trostlosigkeit?

Der Ortsrat will bei der Galerie Depelmann Kunst kaufen. (Foto: G. Gosewisch)

Ortsrat will 20.000 Euro für eine Skulptur ausgeben

Langenhagen (gg). „Trostlos“ sieht es in Krähenwinkel im Bereich des Dorfgemeinschaftshauses aus, erklärt Marc Köhler, SPD-Ortsratsfraktion und -Fraktionsvorsitzender im Rat, auf Anfrage des ECHO. Der Ortsrat Krähenwinkel hat interfraktionell bereits beschlossen, dass zur Aufwertung des innerörtlichen Bereichs in der Ortsmitte - zwischen der Schule, dem Kindergarten und dem Dorfgemeinschaftshaus - eine Skulptur erworben und installiert werden soll. Dafür sollen finanzielle Mittel in Höhe von 20.000 Euro im Langenhagener Haushalt 2013 bereit gestellt werden - das steht in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses am Dienstag, 13. November, um 17.45 Uhr auf der Tagesordnung. Die Sitzung ist öffentlich, Bürger können in der Einwohnerfragestunde zum Thema Stellung nehmen.
Nach welchen Kriterien der Erwerb und die Installation der Skulptur geführt werden soll, ist noch völlig offen und auch wie die Auswahl eines Kunstobjektes organisiert wird. Köhler bestätigt nur: „Der Ortsrat soll darüber entscheiden, zusätzliche Gremien oder einen Arbeitskreis brauchen wir da sicherlich nicht. Ein fachlicher Rat vom Kunstverein wäre hilfreich. Der Kauf wird sicherlich über die Galerie Depelmann abgewickelt.“
„Das ist keine kleine Summe, da kann etwas mit Qualität gemacht werden“, sagt Ursula Schöndeling, künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des gemeinnützigen Kunstvereins Langenhagen im Gespräch mit dem ECHO. Dass das gelingt, ist keine Selbstverständlichkeit. Als Expertin weist Schöndeling darauf hin, dass es ein großer Unterschied ist, ob Bestandskunst erworben wird oder Künstler eine Auftragsarbeit für einen bestimmten Zweck und Ort erstellen. „Im Idealfall gibt es eine Ausschreibung, auf die sich Künstler bewerben. Entwürfe, die mit dem Ort und seiner Geschichte im Dialog sind, können zu Objekten werden, die den Bürgern Identifikationsmomente ermöglichen.“ Bestehende Kunst nur auszusuchen, um einen Ort zu dekorieren, schafft ihrer Meinung nach wenig Qualität. Dass man "von 20.000 Euro schon eine ganze Menge machen kann", bestätigt auch Hargen Depelmann, Geschäftsführer der Krähenwinkler Galerie Depelmann an der Walsroder Straße, im Gespräch mit dem ECHO. Er bezweifelt, dass die Summe ausreicht, um eine Ausschreibung zu machen. "Bei einem solchen Verfahren machen nur Künstler mit, die von vorn herein höhere Honorarerwartungen haben", sagt er und weiter, "es ist sinnvoll, wenn ich verschiedene Künstler mit ihren Arbeiten vorschlage, die dann zur Auswahl kommen."