„Kunst ist keine Spielerei“

Christos Pitis in der Mitte der Jugendlichen wurde unterstützt duch Gabi Spier (von links) und Ulrike Jagau sowie Diakonin Isabelle Watral (Zweite von rechts, hinten). (Foto: G. Gosewisch)

Jugendliche gestalteten Streetart am Bahnhof Pferdemarkt

Langenhagen (gg). Zehn Jugendliche haben nun für großes Aufsehen gesorgt. Dank der Initiative der Eigentümer-Familie Bahnhof-Pferdemarkt und des Vereins Kulturstiftung haben sie den Nebeneingang am Bahnhofsgebäude Pferdemarkt, den sogenannten Bypass, künstlerisch gestaltet.
Vorausgegangen war ein Atelier-Besuch beim hannoverschen Künstler Christos Pitis. Er gab den Jugendlichen Anleitung: „Kunst ist keine Spielerei. Es geht darum, das Gesamtkonzept der Erstellung zu verstehen.“ Die Idee finden, von dem Entwurf zur Vorlage kommen, die Vorlage in DIN A4 auf Wand-Maß übertragen: Dass auch Rechnen zur Kunst gehört, nahmen die Jugendlichen gern in Kauf. Sie waren begeistert bei der Sache, halfen sich untereinander sehr gut, obwohl die Gruppe neu zusammengestellt wurde. Hintergrund war die Vorgabe der Kulturstiftung. Die Projekt-Organisatorinnen Gabriele Spier und Ulrike Jagau legten Wert darauf, dass ein „integrativer Charakter“ realisiert wird, und so wendeten sie sich an die evangelische und die türkisch-islamische Gemeinde, die jeweils fünf Schülern die Teilnahme anboten. Völlig frei von Vorgaben war das Projekt in Bezug auf die Auswahl des Motivs. Alle Beteiligten, darunter auch die Sponsoren mit Bürgermeister Mirko Heuer, dem Integrationsbeirat, der Sparkasse sowie dem Präventionsrat wollten sich überraschen lassen. Das gelang. So wählten die Jugendlichen mit einer Weltkarte und einem Wegweiser samt Koffer davor zwar ein Motiv, das eng im Assoziationsbereich eines Bahnhofs liegt, doch dass die detailreiche Weltkarte per Spraydosen auf die Wand aufzutragen ist, erzeugte großes Staunen. „Dass so etwas mit dieser Technik überhaupt möglich ist, hätten wir nicht gedacht“, war der Tenor unter den Bahnreisenden, die als Passanten interessiert stehen blieben. „Der Retro-Look passt gut zu dem als Denkmal geschützten Gebäude, das gerade zu einem Schmuckstück saniert wird“, ergänzt Gabi Spier, die im Sinn eines guten Stadtmarketings auch gleich dafür gesorgt hatte, dass das Projekt m NDR-Regionalfernsehen zu sehen war. Christos Pitis zieht positive Bilanz, freut sich über die Kreativität und Dynamik der Gruppe. Dass etwas mehr Mädchen als Jungen dabei waren, sieht er positiv: „Mädchen sind feinfühliger, suchen die Schönheit, legen mehr Mühe in die Vorarbeit. Jungs suchen die Aktion, wollen schnell loslegen.“