Kunstprojekt im Bypass

Ulrike Jagau (links) und Gabriele Spier sind die Organisatorinnen des Streetart-Projekts in der Kulturstiftung. (Foto: G. Gosewisch)

Öffentliche Aktion am Stationsgebäude Pferdemarkt

Langenhagen (gg). Ein repräsentatives Kunstprojekt setzt die Kulturstiftung in diesen Tagen um. Zwölf Jugendliche aus evangelischen Gemeinden und der Selimiye-Camii-Gemeinde (türkisch-islamisch) gestalten unter Leitung des hannoverschen Künstlers Christos Pitis den sogenannten Bypass am Stationsgebäude Pferdemarkt - der zusätzliche Zugang zu den S-Bahn-Gleisen, der auf der Nordseite des Gebäudes entstanden ist. Dankbar äußern sich die Projekt-Organisatorinnen Gabriele Spier und Ulrike Jagau, dass sich die Eigentümer des Stationsgebäudes mit der Streetart-Idee an die Kulturstiftung gewendet haben und auch die passende künstlerische Leitung bereits ausgesucht haben. „Schon seit Jahren wollen wir so etwas umsetzen, hatten aber keine geeignete Fläche“, erklärt Ulrike Jagau. Gabriele Spier ergänzt: „Mir ist es wichtig, dass die Umsetzung des Projekts nun noch den integrativen Charakter bekommt, denn die evangelische und die islamische Gemeinde arbeiten gemeinsam.“ Finanzielle Unterstützung leisten Bürgermeister Mirko Heuer, der Integrationsbeirat, die Sparkasse sowie der Präventionsrat, so dass ein beachtliches Budget von insgesamt 6.400 Euro zur Verfügung steht. Das Honorar des Künstlers schlägt mit dem größten Teil zu Buche. „Die Anleitung der Jugendlichen ist wichtig. Es soll vermittelt werden, was Kunst ausmacht und dass Schmierereien keinen Sinn machen“, meint Ulrike Jagau. So werden sich die Jugendlichen an drei Tagen im Atelier des Künstlers in Hannover treffen und am Donnerstag, 22. Oktober am Stationsgebäude Pferdemarkt zur Tat schreiten. Welches Motiv entstehen wird, ist derzeit völlig offen. Sowohl die Eigentümer als auch die Mitglieder der Kulturstiftung geben Christos Pitis und den Jugendlichen freie Hand und lassen sich überraschen. “Dies ist ein öffentliches Gebäude und soll der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, lassen die Eigentümer im Gespräch mit dem ECHO wissen. Derzeit schreitet die Sanierung des Baudenkmals am Bahnhofsplatz 9 voran. Detailgetreu wird der Originalzustand des von der königlichen Eisenbahndirektion in den Jahren 1920/21 errichteten Empfangsgebäudes wieder hergestellt, allerdings mit neuen Funktionen für die früheren Warteräume für die erste, zweite und dritte Klasse der Bahnreisenden. Angedacht ist unter anderem ein kleiner Veranstaltungsraum samt Bewirtung, abgeteilt mit schlichten Glas-Stahl-Elementen und mit Lichtkegeln in Szene gesetzt.
Interessierte sind eingeladen, den Streetart-Projektverlauf am 22. Oktober, zu beobachten. Dabei wird es Gelegenheit geben, einen Eindruck vom Bauverlauf zu gewinnen. Ansprechpartner werden vor Ort sein und Informationen geben.