Kunstwerk ins Abseits gestellt

Von der Stadt ins Abseits gestellt wurde die Skulptur von Reinhard Buxel auf dem Marktplatz. Foto. K. Raap

Stadt ließ preisgekrönte Skulptur von Reinhard Buxel "verschwinden"

Langenhagen (kr). Gut angekommen ist der Langenhagener Marktplatz nach seiner Grundsanierung und Erweiterung bei Bürgern und Marktbeschickern. Doch einigen Kunstfreunden ist die veränderte Platzierung der preisgekrönten Sandsteinskulptur von Reinhard Buxel sauer aufgestoßen. Der wuchtige Block mit den Abmessungen von 125 x 60 x 75 Zentimeter benötigt einigen Freiraum, um zur Geltung zu kommen. Warum die Skulptur jetzt hinter einer Sitzbank und einem Abfalleimer direkt an eine rote Klinkerfront der Post verbannt wurde, ist nicht nachvollziehbar. Zur Vorgeschichte: In den Jahren 1986 bis 1990 fanden zwischen Stadtmitte und Stadtpark drei einzigartige Bildhauersymposien statt, bei der die Künstler vor Ort arbeiteten. "Bei dieser bundesweit sehr beachteten Aktion", so betonte damals der Kulturdezernent Frank Herbst, "haben die 20 entstandenen Großplastiken in einigen Bereichen unserer Stadt markante ästhetische Zeichen gesetzt." Zu den damals entstandenen Skulpturen zählt auch die von Reinhard Buxel, die 1987 mit einem Preis bedacht wurde. Einen 75-seitigen Katalog zu dem gesamten Projekt gab die Stadt Langenhagen 1991 heraus. Verfasser Christoph Rust, damaliger Referent für bildende Kunst der Stadt Langenhagen, war der eigentliche Motor in Sachen Skulpturenpark. Der gebürtige Leipziger arbeitete selbst viele Jahre erfolgreich als freischaffender Künstler. Seit 2002 hat er eine Professur für Ästhetik und Kommunikation in Bielefeld.