Kuriose Entdeckungen mit Porzellan

St.Paulus-Gemeindeausflug nach Fürstenberg

Langenhagne. Als eine Abordnung der Paulus-Gemeinde im Februar nach Fürstenberg fuhr, um der Ordination ihres Vikars Sebastian Müller und seiner Frau Jessica Jähnert-Müller beizuwohnen, hatte Ingrid Damitz die Idee zu einem späteren Besuch. Absprachen gingen hin und her, und nun war es so weit: Ein Bus setzte sich vor der Paulus-Kirche mit dem Ziel Fürstenberg in Bewegung. An Bord: Fahrer Valentin Leibgan, 43 erwartungsfrohe St.Paulus-Gemeindemit­glieder und auch Pastor Frank Foerster.
Entgegen düsterer Vorhersage strahlte die Sonne und ließ sich auch von dicken Wolken nie gänzlich verdrängen. Nach zweistündiger Fahrt war Ankunft in Fürstenberg im Landkreis Holzminden mit herzlicher Begrüßung vor der Kirche durch Sebastian Müller und seiner Familie mit anschließender Besichtigung der Christuskirche, die im Jahr 1899 geweiht wurde. Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg bestand damals schon mehr als einhundert Jahre und hat zur Ausstattung der Kirche kräftig beigetragen. So sind die Kronleuchter aus Fürstenberg-Porzellan wie auch die Deckelgefäße auf dem Altar. Selbst das kostbare alte Taufbecken stammt aus der Porzellanmanufaktur. Vor der Apsis ist das alte Jerusalem dargestellt. Gemalt hat das, wie auch die Darstellungen in der Halbkuppel ein namhafter Künstler. Schöne Buntglasfenster zeigen Pfingsten, Weihnachten und Ostern und runden den schönen Gesamteindruck ab.
Es folgte dann eine kleine Andacht, in deren Verlauf Sebastian Müller die folgende Geschichte einflocht: Ein Mönch sah, dass ein anderer Mönch beim Gebet rauchte. "Wenn das der Bischof sieht, bekommst Du Ärger", sagte der erste empört. „Keineswegs“, antwortete der andere, „ich habe den Bischof gefragt und er fand nichts dabei.“ Beim nächsten Treffen beschwerte sich der erste Mönch: „Was hast Du mir erzählt? Ich habe den Bischof gefragt, ob man beim Beten rauchen dürfe, und er hat das entschieden verneint.“ „Ja, siehst du“, antwortete der andere: „Ich habe gefragt, ob man beim Rauchen beten darf!“
Nachdem die Ausflugsteilnehmer das Lied „Macht hoch die Tür“ gesungen hatten, gingen alle gemeinsam hinüber in das Gemeindehaus, wo schon eine reich gedeckte Kaffeetafel wartete. Mit einer kleinen Bilderschau wurde ein Überblick über die örtlichen Gegebenheiten und die vielen umliegenden kleinen Dörfer gegeben, die alle zum Kirchspiel gehören. Nach einem fröhlichen Gedankenaustausch folgte die Verabschiedung mit Gegeneinladung.
Die Teilnehmer hatten noch Gelegenheit, über den Weihnachtsmarkt auf dem Schlosshof und durch die Ausstellung der Porzellanmanufaktur zu schlendern. Das unter Denkmalschutz stehende Schloss konnte nicht besichtigt werden, es ist momentan wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen. Dennoch gab es Entdeckungen. Auf der Toilette des Schlosshofes waren selbst die Türgriffe aus feinem Fürstenberg-Porzellan und statt Garderobenhaken war der Porzellandeckel einer Zuckerdose an die Wand geschraubt! Fürstenberg eben - so der Bericht von Ruth Busse.