Längster Ausmarsch seit Jahren

Eine sympathische Neuerung: Sämtliche Gruppen des Festumzugs wurden am Zelteingang gebührend begrüßt. Auch die traditionellen Fahnenträger und der Vorstand kommen bei der neuen Bühnenoptik besser zur Geltung. (Foto: K. Raap)
 
Wichtiger Zeremonie bei den Brinkern: Schützenkönig Oliver Rust, hier als Adliger, mit Vater Helmut. (Foto: K. Raap)

Schützen-Gemeinschaft Langenhagen feierte fünf Tage lang

Langenhagen (kr). „Wir können mit diesem Volksfest durchaus zufrieden sein“, das betonte Michael Freiberg nach dem 54.gemeinsamen Schützenfest, das vom 25. bis 29. August zum siebten Mal auf dem Parkplatz zwischen City Center und Bothfelder Straße über die Bühne ging. Der sichtlich entspannte neue Oberschützenmeister sieht in der veränderten Konstellation mit vier statt drei Vereinen eine deutliche Bereicherung der Schützen-Gemeinschaft. Das Trio der etablierten Vereine Schützengesellschaft Langenhagen, SV Langenforth und SV Brink wurde zum ersten Mal bei den aufwändigen Vorbereitungen für das große Volksfest durch den SV Krähenwinkel ergänzt. „Ich muss den Mitarbeiter-Teams aus diesen Vereinen ein großes Kompliment für ihr Engagement machen“, betonte Freiberg gegenüber dem Langenhagener Echo, „die Zusammenarbeit lief reibungslos und sehr kreativ, auch die mit der Stadt Langenhagen.“ Mit der Verstärkung der Plakatwerbung im Stadtbild sowie die von Grund auf verbesserte Optik im Bühnen- sowie im Eingangsbereich habe man erste wichtige neue Schritte für eine attraktivere Öffentlichkeitsarbeit gemacht. So wurden die alten auf Hannover hindeutenden Aufschriften eliminiert und durch die Wappen der vier Vereine und der Schützengemeinschaft sowie die Abbildung des sympathischen Trompeters ersetzt. „Besonders erfreulich, dass in diesem Jahr der Festumzug trotz der großen Hitze an Länge und Aussagekraft deutlich dazu gewonnen hat“, registrierte der Oberschützenmeister mit einiger Genugtuung, „dazu hat sicherlich auch Bürgermeister Mirko Heuer wesentlich beigetragen, der im Vorfeld an Bürger und Organisationen appelliert hatte, Aktionen zu unterstützen, die die kulturelle Vielfalt und das bunte Vereinsleben unserer Stadt besser präsentieren.“ Eine weitere sympathische Neuerung: Der Bürgermeister und die vier Chefs der Schützen sowie Ratsketten-Trägerin Anja Sander marschierten nach dem Festumzug nicht direkt in das Zelt, sondern bildeten Eingang ein Spalier, das alle mitmarschierenden Gruppen lebhaft begrüßte und beklatschte.
Nicht verändert wurde das Konzept mit der Musik für alle Altersklassen und den beiden zwei großen Essen. Beim Auftakt des Festes musizierte das von ihrem musikalischen Leiter Harald Sander bestens vorbereitete Blasorchester der Stadt Langenhagen nun schon zum 54.Mal. Das bedeutet, dass dieses Orchester schon beim allerersten gemeinsamen Schützenfest dabei war. Für die Musik beim traditionellen „Industrie-, Handel- und Handwerkertag“, der nun schon zum 17.Mal als Haxenabend über die Bühne ging, zeichnen seit einem Dutzend Jahren die Bayernstürmer verantwortlich, die in bayerischem Outfit wieder allerbeste Unterhaltungs-, Tanz- und Stimmungsmusik und professionelles Entertainment ablieferten. Sie trugen sicherlich dazu bei, dass sich auch viele Besucher in feschen Dirndls und Lederhosen vorstellten. Dass es den Gästen auch diesmal wieder schmeckte, dokumentiert eine stolze Zahl: Insgesamt wurden genau 544 Haxen verspeist. Beliebt wie seit vielen Jahren ist auch der sonntägliche Schützenschmaus mit „Rouladen satt“. Rund 300 Gäste nutzten dieses Essen zu einem schmackhaften und unterhaltsamen Nachmittag. Die lange Liste der von Oberschützenmeister Michael Freiberg namentlich begrüßten Gäste entsprach einem interessanten Streifzug durch die Langenhagener Wirtschaft, die Politik und wichtigen anderen Organisationen. Sie dokumentierte auch die Verbundenheit vieler Bürger mit dem Schützenwesen dieser Stadt. Für den musikalischen Rahmen sorgt seit Jahren Uwe Eikemeier, Mitglied der Schützengesellschaft, mit der Verpflichtung des hervorragenden „Jugendblasorchesters Lucka“ unter der Leitung von Andree Taube. In dieser thüringischen Stadt hatte Eikemeier vor 25 Jahren ein großes Wellpappenwerk übernommen. Ernst Müller, der mit den „Langenhagener Symphonikern“ bei diesem Jubiläum musizierte hatte, wurde diesmal ebenfalls für diesen Auftritt verpflichtet. Die beiden Formationen wechselten sich ab und spielten auch einige Titel gemeinsam. In Anspielung auf die vielen adligen Bekanntschaften des Langenhagener Musikdirektor meinte Eikemeier, dass dieser besser „von Müller“ heißen sollte. Ein überzeugendes Debüt hatte am Sonnabend die „Max Band“ gefeiert. Das Sextett lieferte eine attraktive Hit-Mischung für die jüngere Generation.
Beim Annageln der Königsscheiben bei den internen Feiern in den vier Vereinen meldeten sich unüberhörbar die Scheibenkieker zu Wort. Angesagt waren auch viele andere witzige Aktivitäten. In Brink hatte König Oliver Rust einige sportlichen Übungen und Druckbetankungen von seinen „großkotzigen Kollegen" zu überstehen, ehe sein Vater Helmut, diesmal als einer der sieben Zwerge in Aktion, den Weg zum Scheiben-Annageln ebnete.