"Land unter" bei den Unterhaltsvorschüssen

Beratungsgespräche wird es in der nächsten Woche nicht geben. (Foto: O. Krebs)

Aktenberge werden in der nächsten Woche abgearbeitet

Langenhagen (ok). Eine Gesetzesänderung, die einen Berg mehr Arbeit für die Verwaltung bedeutet. Vorher gab es für Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren nur einen so genannten Unterhaltsvorschuss für 72 Monate, seit dem 1. Juli vergangenen Jahres gibt es keine Altersgrenze und auch keine zeitliche Beschränkung mehr. "Theoretisch können also Kinder im Alter bis zu 18 Jahren Unterhaltsvorschuss bekommen", sagt Teamleiterin Sibylle Langrehr. So bekommen Kinder im Alter bis sechs Jahren, wenn das veramtwortliche Elternteil nicht zahlt, 154 Euro, Kinder im Alter von sechs bis unter zwölf Jahren 205 Euro und zwischen zwölf und 18 Jahren 273 Euro. Das ist der Mindestsatz. Die Fallzahlen sind seit der Gesetzesänderung rasant gestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 55, im zweiten 85. Im ersten Halbjahr 2017 167 und nach der Gesetzesänderung im zweiten Halbjahr 2017 schon 630. Zwar seien zwei neue Stellen geschaffen worden, aber die Einarbeitungszeit – zudem noch mit einem ganz neuen Programm – betrage auch etwa ein bis zwei Jahre. Denn die Materie in Sachen Unterhaltsvorschuss und Beistandsschaften sei doch relativ schwierig. Und viele Geschichten, die hinter den Anträgen stehen, gingen einem doch sehr nahe, sagt Sibylle Langrehr. 331 Fälle sind vom Jobcenter, das vorher auch zuständig war, an die Stadtverwaltung gegangen. Insgesamt 370 offene Fälle müssen jetzt von den Mtarbeiterinnen und Mitarbeitern noch bearbeitet werden. "Wir kommen nicht hinterher, können nur Brände löschen", sagt Sibylle Langrehr. Und die Teamleiterin zieht die Notbremse. In der nächsten Woche vom 19. bis 23. Februar wird  es in  Sachen Unterhaltsvorschuss keinen Publikumsverkehr geben; die Kolleginnen und Kollegen sind dann nur in Notfällen unter den bekannten Nummern telefonisch erreichbar. Eine Terminvereinbarung ist aber trotzdem möglich. "Ich hoffe, danach ist dann einigermaßen Land in Sicht", so Sibylle Langrehr.