Landschaftsplanung ohne Ökologie

Als braune Tümpel fast ohne Wasserpflanzen zeigen sich die Teiche im Stadtpark - eine Verbesserung scheint eine ökologische Herausforderung zu sein. (Foto: G. Gosewisch)

"Kann es Erholungswert an toten Teichen geben?"

Langenhagen (gg). Mit der Präsentation zur Entwicklung des Stadtparks in der jüngsten Sitzung des Parkbeirats, das ECHO berichtete in der Ausgabe vom 10. August, Seite 3, wurde das Potential der Teiche besonders betont. „Sie sind landschaftsplanerisch wichtig, sollten deutlich vergrößert werden“, hob Andrea Gebhardt von den beauftragten Münchner Planungs-Experten hervor und griff damit, vielleicht unbewusst, eine ökologische Problemstellung auf, denn die häufige Trübung des Wassers der Teiche gibt vielen Langenhagenern Rätsel auf, die schon mehrfach als Anfragen beim ECHO landeten: "Kann es einen Erholungswert an toten Teichen geben?" 
„Die Teiche im Stadtpark werden durch Oberflächen- und Grundwasser gespeist. Sie haben keinen direkten Ablauf, es gibt einzig eine Überlaufmöglichkeit in einen Graben.“, so die Auskunft der Stadtverwaltung auf Anfrage des ECHOS. Die Pressesprecherin Juliane Stahl erklärt weiter: „Um dennoch einen Umwälz-Prozess zu gewährleisten und zugleich den Sauerstoffeintrag an der Wasseroberfläche zu erhöhen, wurde vor mehreren Jahren eine Belüftungsanlage installiert."
In Wärmeperioden und niederschlagsarmer Zeit werden die Teiche vorwiegend durch Grundwasser gespeist, durch welches unter anderem Eisenoxid eingetragen wird. Das Teichwasser hat dadurch eine auffällige und ungewöhnliche Farbe, was bei geringem Wasserstand besonders auffällt. "Dieses Phänomen, das immer wieder auftritt, zeugt aber keineswegs von einer schlechten Wasserqualität. Mitarbeiter vom Eigenbetrieb Stadtentwässerung führen regelmäßig Sichtkontrollen an den Teichen durch. Bei einem Verdacht auf eine Verschlechterung der Wasserqualität würden sie umgehend die Untere Wasserbehörde informieren. Dazu besteht aber wie oben erläutert derzeit keine Veranlassung“, erklärt die Pressesprecherin. Demnach sei alles in Ordnung. Doch das beantwortet nicht die Fragen interessierter Bürger, die schon beim flüchtigen Betrachten der Teiche feststellen, dass hier vieles anders ist, als an anderen "Natur-Teichen". Warum gibt es fast keinen Bewuchs mit Wasserpflanzen und warum ist nie ein Froschkonzert zu hören? Der Eiseneintrag setzt sich auf dem Boden der beiden Teiche ab und bildet einen Schlamm. Gibt es eine Möglichkeit, den Eiseneintrag zu vermindern? Es bleibt spannend, ob diese ökologischen Gesichtspunkte im Rahmen der angestrebten Parkentwicklung nach dem rein landschaftsplanerischen Konzept Gebhardt überhaupt öffentlich diskutiert werden.