Langenhagen ist eine sichere Stadt

Sie stellten die Statistiken vor (von links): Klaus Waschkewitz, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Kommissariatsleiter Reinhard Cichowski und Geerfried Fobel, Leiter des Einsatz-und Streifendienstes. Foto: D. Lange

Polizeiliche Verkehrsunfall- und Kriminalstatistik weist überwiegend Rückgänge auf

Langenhagen (dl). Das Polizeikommissariat Langenhagen stellte in dieser Woche die aktuellen Zahlen der Verkehrsunfall- und Kriminalstatistik des Jahres 2009 vor. Zwar hat die Langenhagener Dienststelle einen verbindlich definierten Aufgabenbereich, der aber einen gewissen Spielraum bietet, den die Beamten – und darauf legt Kommissariatsleiter Reinhard Cichowski besonderen Wert – für eine effektive Präventionsarbeit nutzen. „Wir wollen das Ohr am Geschehen haben, auf die Bürger zugehen und den Dialog mit ihnen suchen. Dafür haben wir unsere Kontaktbeamten, die hier in Langenhagen eine wichtige Aufgabe erfüllen. Außerdem arbeiten wir mit den Kollegen in Burgdorf eng zusammen und verfügen mit ihnen gemeinsam über ein EDV-gestütztes Analysesystem“, berichtet der Kommissariatsleiter.
Darüber hinaus sei die Kooperation mit der Stadtverwaltung sehr wichtig, indem Verbindungsbeamte in den relevanten Ausschüssen und Gremien vertreten seien. Nicht zuletzt gingen Kontaktbeamte natürlich auch in Schulen und Kindertagesstätten. „Wenn Sie nicht warten wollen, bis eine Straftat oder ein Verkehrsunfall geschieht, sondern präventiv tätig werden, so wie wir es tun, dann ist diese Arbeit und deren Auswirkung sicher schwer messbar. Wir sind aber davon überzeugt, dass uns die aktuellen Zahlen recht geben“, so Reinhard Cichowski.
So zeigt die Kriminalstatistik, die von Klaus Waschkewitz vom Kriminalermittlungsdienst vorgestellt wurde, für das Jahr 2009 in der Tat einen Rückgang der Straftaten um insgesamt 8,17 Prozent, gleichzeitig eine Zunahme der Aufklärungsquote um 4,8 Prozent. Delikte wie Ladendiebstahl und Schwarzfahren sind aus dieser Statistik herausgerechnet, da diese Fälle von der Polizei nur bearbeitet werden.
Aufgeschlüsselt nach einzelnen Straftaten wird die Tabelle von Diebstählen angeführt mit insgesamt 1.652 Fällen. Auch hier ist die Tendenz rückläufig im Vergleich zu 2008 mit -17,61 Prozent. Dazu gehören einfacher Diebstahl und schwerer Einbruchsdiebstahl, Autodiebstahl und natürlich Diebstähle aus oder an Kraftfahrzeugen. Gerade die Fallzahlen von schwerem Diebstahl aus Kfz sind in den Jahren von 2006 bis 2009 von 430 auf 176 zurückgegangen. Offenbar hat es sich herumgesprochen, dass es besser ist, keine Wertsachen oder Taschen im Auto liegen zu lassen.
Den Opfern häuslicher Gewalt, in erster Linie Frauen, macht die Polizei Mut, ihre Peiniger anzuzeigen, und bietet ihnen Hilfe in Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern und dem Frauennotruf.
Erfreulich aus polizeilicher Sicht ist die Tatsache, dass es in Langenhagen keine Brennpunkte gibt, die im Sinne der Kriminalstatistik auffällig sind – weder im schnell wachsenden Neubaugebiet Weiherfeld noch in anderen Stadtteilen.
Die Statistik zeigt aber auf einem anderen Gebiet, dem Waren- und Warenkreditbetrug vor allem im Internethandel eine deutliche Zunahme der Straftaten um 201 Fälle gegenüber 2008, das sind mehr als 96 Prozent – Dunkelziffer unbekannt. Die Aufklärung dieser Straftaten gelingt der Polizei immer besser: Die Aufklärungsquote liegt mittlerweile bei erfreulichen 89 Prozent mit leicht steigender Tendenz.
Insgesamt gesehen ist die Polizei zufrieden mit der Zahl der Straftaten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl und sieht sich bestätigt in ihrer präventiven Schwerpunktarbeit. Die Botschaft lautet deshalb: Langenhagen ist eine Stadt, in der sich die Bewohner sicher fühlen können.
Das gilt auch für die Verkehrsunfallstatistik, die Geerfried Fobel, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, bekannt gab. „Es gibt in Langenhagen erfreulicherweise weder besonders auffällige Unfallschwerpunkte noch eine besonders hohe Zahl an Verkehrsunfällen“, so Fobel. Wenn es dagegen um bauliche Veränderungen gehe und um Fragen der Verkehrsführung, sei die Polizei bei den Baulastträgern zwar beratend tätig, die Finanzsituation der Stadt lasse aber nicht alles Wünschenswerte zu. Dennoch sei vor dem Hintergrund eines zunehmenden Verkehrsaufkommens sowohl die Zahl aller Unfälle in den vergangenen drei Jahren leicht zurückgegangen, ebenso die Zahl der Leichtverletzten. Einzig bei den Schwerverletzten habe es eine Zunahme von 20 Prozent gegeben, berichtete Fobel – 24 Personen im Vergleich zu 20 im Vorjahr.
„Sorgen macht uns die zwar rückläufige, aber immer noch zu hohe Zahl von 93 Unfällen mit Radfahrerbeteiligung, bei denen es 68 Verletzte, darunter sechs Schwerverletzte gab“, erklärt des Leiter des Einsatzdienstes weiter. „Wir wünschen uns deshalb von den Radfahrern ein umsichtigeres und rücksichtsvolleres Verhalten im Sinne der Straßenverkehrsordnung, denn auch die Zahl von 13 verletzten Kindern unter 14 Jahren ist noch entschieden zu hoch.“