Langenhagen muss sich entscheiden

Langenhagen (ok). Alle sind sich einig – Langenhagen soll sich vorwärts bewegen. Die Frage ist allerdings nur, wie das geschehen soll. Und hier schieden sich schon im Stadtplanungsausschuss die Geister; dort wurde jetzt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) vom Büro Ackers in Braunschweig vorgestellt. So gibt es nach Auskunft von Walter Ackers kaum Alternativen, was die Wohnbebauung angeht, Potenziale müssten in dieser Hinsicht ausgenutzt werden. Und die liegen nach Ansicht des Büros aus Braunschweig rund um Stadt- und Eichenpark, an Lenthehof, Neue Bult und Theodor-Heuss-Straße. Etwa 500 Wohneinheiten, von denen mindestens drei Viertel realisiert werden sollten. Ackers: „Die Stadtmitte muss ausgebaut und erlebbar gemacht werden. Die Entwicklung muss an den Hauptachsen in Verbindung mit den Grünanlagen erfolgen.“ Ricky Stankewitz, Vorsitzender des NABU in Langenhagen, bringen solche Äußerungen au f die Palme, obwohl es im Langenhagener Stadtpark natürlich gar keine gibt: „Diese Planung ermöglicht wenigen Leuten besseres Wohnen, bedeutet aber ein schlechteres Klima für Viele, die in der Kernstadt wohnen.“ Wolfgang Kuschel von der SPD-Fraktion ist dieses Denken allerdings viel zu kleinteilig, zunächst einmal müsse sich Langenhagen entscheiden, ob es mehr und nicht weniger Stadt sein wolle. Und für Mike Scheer (CDU) ist klar, dass die Leitbilder über kurz oder lang in einem professionellen Stadtmarketing münden müssen. Ideen, denen auch die Planer voll und ganz zustimmen konnten, Langenhagen müsse sich entscheiden, ob es eine eigene Zentralität entwickeln oder Vorstadt von Hannover sein wolle. Und ganz wichtig sei es, dass sich Langenhagen qualifiziert um junge Mitbürgerinnen und Mitbürger bemühe – sowohl mit einem großen Spektrum an Dienstleistungen als auch mit einem attraktiven Wohnstandort. Daher laute das große Oberthema, das über der gesamten Stadtentwicklung stehe: „Auf eigenen Wegen – junge Stadt in alter Landschaft“ Aber gerade, was die Lebensphase zwischen Schulabschluss und Familiengründung angeht, da sieht der CDU-Politiker Bernhard Döhner einen erheblichen Nachholbedarf. Für Studenten oder Auszubildende gebe es weder bezahlbaren Wohnraum noch ein ausreichendes Freizeitangebot. Letztendlich gab Walter Ackers den Politikerinnen und Politikern den Rat mit auf den Weg, für die Entwicklungschancen auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen: „Rundum Dorf und innen Stadtzentrum ist nicht möglich.“