Langrehr rechnet ab

Heftige Diskussionen um Kaltenweider Schule

Kaltenweide (ok). Selten waren so viele Zuhörer in die Ratssitzung gekommen und noch seltener harrten sie vier Stunden lang bis zum Schluss der Sitzung aus, um sich im zweiten Teil der Einwohnerfragestunde noch einmal zu Wort zu melden. Die Erweiterung des Weiherfeldes und die Situation in Sachen Schule erregten die Gemüter und führten zu lebhaften Diskussionen. Und es war auch die Stunde von Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr, der in die Ära Susanne Schott-Lemmer zurückblickte und gnadenlos mit der früheren Bürgermeisterin und ihrer damaligen CDU-Mehrheitsfraktion abrechnete. Die CDU habe zu verantworten, dass damals keine neue Schule gebaut worden sei, so der Sozialdemokrat. So sei es zunächst ein Fehler gewesen, die Feuerwehr nach dem Brand am gleichen Standort wieder aufzubauen, dadurch sei es verkehrlich sicher nicht besser geworden. Die Fläche, wo heute die Arche steht, das Grundstück, wo heute das neue Gemeindezentrum der FeG ensteht, das ehemalige Autohaus an der Wagenzeller Straße – alles Vorschläge von ihm, mit denen er aber kein Gehör gefunden habe. Und auch ein Schulneubau an der Maria-Montessori-Straße sei für die Christdemokraten nicht in Frage gekommen. Allerdings hätte die neue Schule auch bloß vierzügig sein dürfen, merkte Reinhard Grabowsky (CDU) an. Die Alte wäre ja abgerissen worden. Das Kinderhaus soll laut Langrehr jetzt der Schule zugeschlagen, ein Prüfauftrag für eine neue Schule bei der Verwaltung in Auftrag gegeben werden. Die sei dann allerdings erst 2019, 2020 oder gar 2021 fertig. Eine Schule, wie sie der Kaltenweider Schulelternratsvorsitzende Andreas Eilers auch fordert. Im Gegensatz zu den Prognosen der Verwaltung sei die Schülerzahl steigend, erreiche mit 449 Kindern im Schuljahr 2018/19 und mit 469 Schülerinnen und Schülern ein Jahr darauf ihren Höhepunkt. Die Schule platze aus allen Nähten, auch, wenn jetzt drei Container kommen. Die Fünfzügigkeit dürfe es nur vorübergehend geben. Und was die sanitären Anlagen angehe: Vier Jungen- und sieben Mädchentoiletten seien keinesfalls ausreichend. Schul- und Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch stellte in Aussicht, einen der Container zum Sanitärcontainer umzufunktionieren. Domenic Veltrup machte in der Einwohnerfragestunde deutlich, was er von der Politik hält, die Kinder seit zehn Jahren in Containern unterzubringen. Es müsse großzügig geplant werden, die Kinder seien die Gesellschaft von Morgen, bräuchten Bewegung. Die Ganztagsschule dem Hort vorzuziehen sei nicht der richtige Weg. „Mit unseren Kindern wird wie mit Vieh umgegangen“, sagte er wutentbrannt in Richtung der verantwortlichen Politiker. Die Grenze sei erreicht.