Langsam und leise im Zentrum

Sonja Vorwerk-Gerth protestiert gegen Tempo 30

Langenhagen (gg). Aufs Tempo gedrückt hat die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses für den Beschluss einer Maßnahme, die den Kraftfahrern allerdings das Tempo nehmen soll. Es geht um die nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung aus Lärmschutzgründen. Die ist eine Empfehlung aus dem Lärmaktionsplan und soll Straßenabschnitte betreffen: auf der Walsroder Straße den Bereich zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Pferdemarkt sowie Bereiche auf der Theodor-Heuss-Straße. Deutlich fiel das Plädoyer von Stadtbaurat Carsten Hettwer für die Maßnahme aus: „Ich kann verstehen, dass jeder eigentlich schneller fahren möchte. Gleichzeitig möchte aber auch jeder vor seiner Haustür relative Ruhe haben.“ Bewiesen und logisch sei, dass es leiser ist, wenn langsam gefahren werde. Hettwer appellierte an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer: „Man muss sich klar machen, dass man bei Tempo 50 km/h statt Tempo 30 km/h auf einem Kilometer nur 20 Sekunden einspart. Das ist jedem zuzumuten.“
In der Drucksache ist bereits der Hinweis enthalten, dass die Maßnahme nicht kontrollierbar ist. Rolf Brose, Kontaktbeamter der Polizei, bestätigte: „Eine Kontrolle lohnt sich nicht, in dem Bereich fährt nachts nur alle fünf Minuten ein Auto.“
Gründe genug für Ratsfrau Sonja Vorwerk-Gerth, die Maßnahme als „quatsch“ zu bezeichnen: „Auf Hauptstraßen muss man doch noch fahren können, ich will dort nicht mit Tempo 30 schleichen.“ Sie hält alternative Maßnahmen zur Lärmminderung wie die Aufbringung einer entsprechenden den Schall vermindernden Fahrbahndecke für sinnvoll. Aber sie sagt im Gespräch mit dem ECHO auch: „Die Anlieger an der Theodor-Heuss-Straße wussten bevor sie dort hingezogen sind, dass die Straße Lärm macht. Sie sind dort billiger an Grunderwerb gekommen, als in ruhigeren Gegenden. Was sie derzeit akzeptiert haben, können sie jetzt nicht komplett umdrehen.“
Endgültig beschlossen werden soll die Maßnahme in der nächsten Ratssitzung am Montag, 4. Februar.