Launige Laudatio von Prinz Heinrich

Bei der feierlichen Preisverleihung (von links): Heinz-Siegfried Strelow, Ernst Müller, Klaus Dieter Scholz und Prinz Heinrich von Hannover. (Foto: K. Raap)

„Cord-Borgentrick-Preis“ für Musikdirektor Ernst Müller

Hannover (kr). Eine spektakuläre Ehrung für Ernst Müller: Als erster Nicht-Hannoveraner wurde der Langenhagener Musikdirektor mit dem „Cord-Borgentrick-Stein“ ausgezeichnet, den der Heimatbund Niedersachsen und die Landeshauptstadt seit 2008 an acht Persönlichkeiten vergeben hat, für deren ehrenamtliches Engagement auf den Gebieten der Heimatpflege, der Kultur und des Natur¬ und Denkmalschutzes bisher kein Preis ausgelobt worden war. Der Name des Preises bezieht sich auf den Ölschläger Cord Borgentrick, der am 24. November 1490 durch Mut, Wachsamkeit, Zivilcourage und besondere Finessen seine Heimatstadt Hannover vor der Eroberung durch braunschweigische Truppen rettete. An dieses historische Beispiel für Verantwortungsgefühl soll alljährlich angeknüpft werden. Die Ehrung von Ernst Müller während einer Feierstunde im hannoverschen Rathaus übernahm ein prominentes Trio: Niedersachsens Heimatbundchef Heinz-Siegfried Strelow, Hannovers Bürgermeister Klaus Dieter Scholz und Prinz Heinrich von Hannover, der auch die Laudatio für den Langenhagener hielt. In seiner launigen und spontanen Rede erinnerte der Prinz zunächst daran, dass sich die damals anrückenden Welfen und die Hannoveraner schon längst wieder versöhnt haben: „Denn heute gehören die Welfen zu Hannover genauso wie Hannover zu den Welfen gehört.“ Dass Prinz Heinrich von Hannover seinen Freund Ernst Müller als „klingenden Botschafter Langenhagens, Hannovers und Niedersachsen in der Welt“ würdigte, kam nicht von ungefähr, denn Müller ist durch seine mannigfaltigen persönlichen Kontakte schon seit einem halben Jahrhundert auch mit dem Welfenhaus verbunden. So umrahmte er dort musikalisch viele Familienfeiern von der Taufe bis zur Hochzeit mit kleineren Besetzungen. Seit rund dreieinhalb Jahrzehnten trägt Ernst Müllers größere Formation den Titel „Hausorchester seiner königlichen Hoheit des Prinzen von Hannover“. Prinz Heinrich erinnerte an die unzähligen Aktivitäten Müllers als Gründer des Blasorchesters der Stadt Langenhagen, sowie an seine Leitung des VW-Orchesters Wolfsburg sowie der Feuerwehr und des Jugendblasorchesters Hannover. Und er nahm sich die Zeit, um alle Länder aufzuzählen, die Ernst Müller besucht und die Namen besonderer Persönlichkeiten, die er kennengelernt und beeindruckt hatte. Nicht zu vergessen sei Müllers langes Engagement für verschiedene soziale Einrichtungen und seine Gabe unterschiedlichste Menschen mit seiner Musik mitzureißen. Im Jahr 2007 hatte Prinz Heinrich das in seinem Verlag erschienene Buch von Ernst Müller „Musik über Grenzen“ offiziell vorgestellt. Sein besonderes Interesse galt dabei Müllers amüsanten Bericht über dessen Konzertreise nach Madrid, wo er mit dem Orchester offiziell die spanische Königin Sophia besuchte, eine Verwandte des Prinzen aus dem Welfenhaus.
Nach den Dankesworten von Ernst Müller überraschte Heinz-Siegfried Strelow den Musikdirektor mit der Vorführung eines Films mit wichtigen Stationen aus dessen Leben. An der Realisation dieses Streifens hatte Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer, an diesem Abend auch als Gast dabei, maßgeblich mitgearbeitet und Parallelen zwischen Müllers Wirken und den Aufgaben des Stadtmarketings der Flughafenstadt aufgezeigt. Ernst Müller erhielt wie die Preisträger zuvor neben einer Urkunde einen Stein, der im nächsten Frühjahr am Döhrener Turm eingesetzt wird.