Lebensberatung als „Optionenkellner“

Allein Erziehende suchen oft fachmännischen Rat

Langenhagen (ok). „Das Leben ist nicht einfacher geworden“, weiß Hans-Günter Schoppa, Leiter der Langenhagener Lebensberatungsstelle aus beruflicher Erfahrung; sein Team und er müssten immer mehr als „Optionenkellner“ fungieren, Lösungsmöglichkeiten und Wege aus vielfältigen Probelmsituationen aufzeigen. Die Brandbreite des Klientels sei dabei groß – reiche von Paaren, die vor einer Trennung stünden über Arbeitsuchende bis hin zu Senioren, die an so genannter Ruhestandsdepression litten. Was die so genannte Familien- und Erziehungsberatung angeht: Hauptthemen sind vor allen Dingen Probleme bei der Erziehung, aber auch zwischen Eltern und Kindern. Unter den insgesamt 442 Beratungsfällen – im Vergleich im vergangenen Jahr sei aber ein hoher Anteil allein Erziehender gewesen, diese Gruppe sei in Langenhagen im Vergleich zu den anderen Regionskommunen überdurchschnittlich vertreten. „Oft ist es so, dass man seine eigenen Probleme und auch Lösungsmöglichkeiten erst dann richtig erkennt, wenn man beginnt darüber zu sprechen“, sagt Superintendent Martin Bergau; der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen ist Träger der Lebensberatungsstelle. Dabei seien die Angebote der Lebensberatungsstelle „niedrigschwellig“, ein Anruf genüge, um relativ kurzfristig einen Termin vereinbaren zu können. Kurzum: Der Beratungsbedarf in einer Gesellschaft, in der Viele das Gefühl haben, allein dazustehen, ist nach Ansicht Schoppas und Bergaus enorm.