Lehrerabordnung zur Grundschule

Matthias Brautlecht ist bei der Unterrichtsversorgung im Gymnasium zuversichtlich. (Foto: G. Gosewisch)

Matthias Brautlecht erklärt Situation am Gymnasium

Langenhagen (gg). Es klang, als käme eine Katastrophe: Der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens attestierte den Schulleitungen „zu drastischen Notmaßnahmen gezwungen“ zu sein und prophezeite: „Ganze Unterrichtseinheiten gehen unwiederbringlich verloren“ - so die jüngsten Mitteilungen zur sogenannten Abordnung von Lehrern. Auf ECHO-Nachfrage zeigte Matthias Brautlecht auf, was das für das Langenhagener Gymnasium bedeutet. „Die erste Anordnung der Landesschulbehörde, Gymnasiallehrer zum Dienst in Grundschulen abzuordnen, kam in den Sommerferien 2017 und damit sehr kurzfristig“, sagt er. Ein großes personelles Problem habe sich abgezeichnet, zudem habe es mehrere zusätzliche Anordnungen und Nachkorrekturen zum Stundenkontingent gegeben. Letztlich sei das Gymnasium in Langenhagen aber, im landesweiten Vergleich, „mit einem blauen Auge davon gekommen“. Sehr froh sei er gewesen, als sich nach seiner Anfrage Kollegen freiwillig bereit erklärt haben, den Dienst an der Grundschule zu übernehmen. Insgesamt neun Wochenstunden wurden an der Hermann-Löns-Schule „in Abordnung“ unterrichtet.
Im laufenden Schulhalbjahr hat sich das Stundenkontingent noch erhöht, auf eine halbe Stelle. „Darauf konnten wir uns aber eher einstellen“, sagt Matthias Brautlecht zur Information der Landesschulbehörde und wieder habe er auf freiwillige Dienstübernahme im Kollegium setzen können. Sozusagen gebeutelt seien die Lehrer im Gymnasium Langenhagen ohnehin. Das Pendeln zwischen der Außenstelle an der Hindenburgstraße und dem Haupthaus an der Konrad-Adenauer-Straße mache den Arbeitsalltag nicht leicht. „Das ist ein Kollegium, das in Bewegung ist“, so die elegante Beschreibung von Matthias Brauchtlecht zur Situation. Auch für das nächste Schuljahr, das im Sommer 2018 beginnt, werde es sicherlich nicht leichter.
„Ich bin Realist“, sagt Matthias Brautlecht. Er rechne mit weiteren Vorgaben zur Abordnung seitens der Landesschulbehörde. Grundsätzlich sei Unterrichtsausfall etwas Unumgängliches, allein schon mit Blick auf krankheitsbedingte Ausfälle im Kollegium oder mit Blick auf Schulveranstaltungen, wie Projektarbeit oder Sprachreisen. Matthias Brautlecht erklärt: „Wir sind bemüht, viel zu vertreten. Den Schülern werden die Aufgaben so gestellt, dass es fachlich weiter geht.“