„Leichenblass mit Tränen“

Ein Bild aus besseren Tagen: Das Wohnmobil wurde in Donezk von Kindern bemalt.

Ukraine-Helfer gerät selber in Not

Engelbostel (gg). Mit einem traurigen Hinweis meldete sich nun Gabriela Blinde beim ECHO. Sie arbeitet beim Abschleppdienst, Auto Schmidt in Garbsen, und kam dienstlich mit Björn Apostel in einer dramatischen Nacht in Kontakt. Es war die Nacht vom 14. auf 15 November, in der Brandstifter das Wohnmobil des Engelbostelers zerstörten. „Leichenblass mit Tränen in den Augen stand Björn Apostel vor dem Wrack, das nach den Löscharbeiten sichtbar wurde. Der Fall hat mich sehr berührt“, erklärt Gabriela Blinde und erinnert an die Ukraine-Hilfe, die der Engelbosteler ehrenamtlich Mitte September organisiert hat, das ECHO berichtete. Im Zeichen der Friedensbewegung war es sein Ziel, Kindern, die unverschuldet unter dem Krieg in der Ukraine zu leiden hatten, zu helfen, und das setzte er auch um. Nach Aufrufen kamen viele Sachspenden zusammen, Björn Apostel schickte zwei LKW-Ladungen auf den Weg, und damit auch alles da ankommt, wo es hin sollte, begleitete er den Konvoi mit dem Wohnmobil, das nun in Asche vor ihm stand. „Er hat alles gegeben und nun ist ihm von Brandstiftern alles genommen worden“, fasst Gabriela Blinde zusammen - eine finanzielle und emotionale Katastrophe. „4.800 Kilometer hat dieses Wohnmobil auf dem Weg nach Donezk und zurück mitgemacht. Da gab es Schlaglöcher so groß wie Gullideckel. Die Fahrt in die Ukraine ist nicht einfach“, schildert Björn Apostel dem ECHO auf Nachfrage. Die Dankbarkeit der Kinder vor Ort beim Verteilen der Hilfsgüter sei überwältigend gewesen. Zur Erinnerung wurde das Wohnmobil gemeinschaftlich noch mit Blumen bemalt.
Nun kommen nach dem Schock der Brandstiftung mehrere Kostenrechnungen auf Björn Apostel zu, denn die Versicherung bezahlt in einem solchen Fall nur die Kosten, die vom Fahrzeug ausgehen, wie beispielsweise die Entsorgung des Löschschaums. Der Abschleppdienst hat, wegen der Besonderheit des Falls, bereits reagiert und wird Björn Apostel finanziell unterstützen. Es gibt erste Anzeichen, dass die Friedensbewegung sich anschließt – Menschen helfen Menschen.